Heute vor 90 Jahren begann die Geschichte eines legendären Ozeandampfers
Heute vor 90 Jahren, am 27. Mai 1936, verließ die RMS Queen Mary zu ihrer Jungfernfahrt den Hafen von Southampton in Richtung New York - ein Schiff, das größer und schneller war als fast alles zuvor.
Weitere technische Meilensteine und vieles mehr gibt es hier: heute vor ... Jahren.
Mit einer Länge von rund 310 Metern und einer Höchstgeschwindigkeit von über 30 Knoten gehörte die Queen Mary zu den leistungsstärksten Passagierschiffen ihrer Zeit.
Der Luxusliner war für den Linienverkehr zwischen Europa und Amerika konzipiert und bot in unterschiedlichen Klassen mit entsprechend ausgestatteten Kabinen und Aufenthaltsräumen im meist prachtvollen Art-déco-Design für mehrere tausend Passagiere Platz.
Gebaut von der Werft John Brown & Company in Schottland, war das Schiff für die britische Reederei Cunard-White Star Line im Einsatz und hatte den Status eines Royal Mail Ship (dt. Postverschiffer, kurz RMS) inne.
Die Queen Mary verband technische Innovation mit hoher Transportkapazität und setzte neue Maßstäbe im Wettbewerb der Transatlantikliner in den 1930er-Jahren.
Jungfernfahrt der Queen Mary: Bedeutung im historischen Kontext
Die Route zwischen Europa und den USA gehörte in den 1930er-Jahren zu den wichtigsten Verkehrsverbindungen weltweit. Passagiere, Post und Waren überquerten regelmäßig den Atlantik. Die Jungfernfahrt der Queen Mary zeigt, wie stark Geschwindigkeit und Kapazität in dieser Zeit an Bedeutung gewannen.
Auch historisch fällt die Reise in eine besondere Phase: Die Zwischenkriegszeit war geprägt von wirtschaftlichen Herausforderungen und wachsender internationaler Vernetzung. Große Passagierschiffe galten als sichtbares Zeichen technischer Entwicklung und globaler Mobilität.
Bereits im August 1936 gelang es der RMS Queen Mary das "Blaue Band" - eine Ehrung als schnellstes Passagierschiff - zu gewinnen. Nach einem Wettbewerb mit der französischen Normandie verlor der Ozeandampfer dieses zwischenzeitlich, bevor er es 1938 zurückerhielt und bis 1952 behalten sollte.
Fun Fact: Dem Schiff wird nachgesagt, es würde von Geistern wie einem ertrunkenen Mädchen, einem verstorbenen Seemann oder der "White Lady" heimgesucht. Passagiere berichten von Schreien und sich bewegenden Möbeln. 2004 fand eine Untersuchung auf paranormale Aktivitäten durch ein Experten-Team statt, jedoch ohne Ergebnis.
Vom Passagierschiff zum historischen Hotel
Nach ihrer Jungfernfahrt blieb die Queen Mary über Jahre im Linienbetrieb im Einsatz, wurde im Zweiten Weltkrieg als Truppentransporter genutzt und kehrte anschließend in den zivilen Betrieb zurück. 1967 absolvierte der Luxusliner seine letzte Reise.
Heute ist das Schiff dauerhaft in Long Beach (Kalifornien, USA) stationiert und wurde unter dem Namen Hotel The Queen Mary als Hotel, Museum und Tagungszentrum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Titelfoto: 123RF/kitleong
