Heute vor 67 Jahren: Tragisches Ende eines Testflugs des DDR-Düsenjets 152
Heute vor 67 Jahren, am 4. März 1959, endete ein ehrgeiziges DDR-Projekt in einer Katastrophe: Die B 152, das erste Passagierflugzeug mit Düsenantrieb der DDR, stürzte bei einem Testflug nahe Dresden ab. Vier Menschen starben. Bis heute gilt die genaue Ursache als nicht abschließend geklärt.
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Die B 152 (auch Typ 152 oder Baade 152) war das erste in der DDR entwickelte strahlgetriebene Passagierflugzeug. Konstrukteur war der Ingenieur Brunolf Baade. Gebaut wurde der Prototyp beim VEB Flugzeugwerke Dresden.
Das zweistrahlige Mittelstreckenflugzeug sollte bis zu 72 Passagiere befördern und als Symbol einer eigenständigen DDR-Luftfahrtindustrie dienen. Der Erstflug des Prototyps 152 V1 fand am 4. Dezember 1958 in Dresden statt.
Mit an Bord: Kapitän Willi Lehmann, Copilot Kurt Bemme, Flugversuchsingenieur Paul Heerling und Flugingenieur Georg Eismann.
Am 4. März 1959 startete die 152 V1 zu einem weiteren Testflug. Ziel war es, Flugverhalten und Systeme unter realen Bedingungen zu testen. Außerdem sollte der Flughafen Dresden-Klotzsche für Fotoaufnahmen im Tiefflug überflogen werden.
Augenzeugen berichteten von einem abrupten Sinkflug kurz vor dem Absturz über Ottendorf-Okrilla. An Bord befanden sich die Besatzungsmitglieder des Erstflugs. Keiner der vier Insassen überlebte.
Info für Interessierte: Originalteile der B 152 sind unter anderem im Verkehrsmuseum Dresden sowie in einer Flughafenhalle in Dresden-Klotzsche zur Besichtigung ausgestellt.
Was war die Ursache des Absturzes?
Eine umfassend veröffentlichte offizielle Abschlussuntersuchung existiert nicht. Historische Auswertungen von Archivmaterial und technischen Unterlagen gehen davon aus, dass mehrere Faktoren zusammengewirkt haben könnten.
Diskutiert werden unter anderem Probleme bei der Kraftstoffversorgung, mögliche Triebwerksstörungen sowie besondere aerodynamische Eigenschaften des noch nicht serienreifen Prototyps. Ebenso könnten die Piloten zu unerfahren für solch ein Flugmanöver mit einem Düsenjet gewesen sein.
Gesichert ist, dass sich das Flugzeug im Prototypenstadium und in der Flugerprobung unter Testbedingungen befand. Der Absturz ereignete sich während eines Landeanflugs nach einem Testmanöver in geringer Höhe.
Eine eindeutig belegte Einzelursache gilt bis heute als nicht abschließend nachgewiesen.
Folgen für das DDR-Flugzeugprogramm
Trotz des Unglücks wurde das Entwicklungsprogramm zunächst fortgeführt. Ein weiterer Prototyp absolvierte 1960 mehrere Testflüge.
Allerdings führten wirtschaftliche Gründe, fehlende internationale Zulassungen und industriepolitische Entscheidungen dazu, dass die B 152 nicht in Serie ging.
Schließlich stellte die DDR-Führung am 28. Februar 1961 das gesamte Verkehrsflugzeugprogramm endgültig ein.
Titelfoto: Bundesarchiv/Bild 183-54953-0004/Giso Löwe/CC-BY-SA 3.0/CC BY-SA 3.0 DE/Wikimedia Commons

