Heute vor 191 Jahren: Als eine Zeitung über angebliches Leben auf dem Mond berichtete

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Heute vor 191 Jahren, am 25. August 1835, erschien eine Nachricht, die Millionen Menschen faszinierte: Eine Zeitung berichtete von Leben auf dem Mond. Doch hinter der angeblichen Entdeckung steckte eine erfundene Geschichte, die als "Great Moon Hoax" bekannt wurde.

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The Great Moon Hoax: Illustration zum Leben auf dem Mond.
The Great Moon Hoax: Illustration zum Leben auf dem Mond.  © Siehe Seite für den Autor/Gemeinfreiheit/Wikimedia Commons

Am 25. August 1835 erschien in New York eine Meldung, die für Staunen sorgte: Auf dem Mond sollten angeblich Pflanzen, Tiere und andere fantastische Lebewesen entdeckt worden sein. Veröffentlicht wurde die Geschichte von der Zeitung "The Sun".

Die Berichte - eine Serie von sechs Artikeln - wurden in einem wissenschaftlich wirkenden Stil verfasst und mit ausführlichen Beschreibungen versehen. Dadurch entstand der Eindruck einer detaillierten Forschungsreportage.

In den Artikeln wurde behauptet, der berühmte Astronom Sir John Herschel habe mit einem leistungsstarken Teleskop eine völlig unbekannte Welt auf dem Mond entdeckt. Die Berichte beschrieben gewaltige Landschaften, fremdartige Tiere und menschenähnliche Bewohner.

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Herschel hatte tatsächlich astronomische Forschungen betrieben – die angeblichen Mond-Entdeckungen stammten allerdings nicht von ihm.

Was damals wie eine wissenschaftliche Sensation klang, war letztlich eine erfundene Artikelserie. Der sogenannte "Great Moon Hoax" (dt. "Großer Mond-Schwindel") wurde somit zu einer der bekanntesten Zeitungsfälschungen des 19. Jahrhunderts.

Eine erfundene Geschichte wird zum Zeitungserfolg

Die Artikelserie erschien in mehreren Teilen. Verantwortlich für die Texte war nach heutiger Einschätzung vor allem der Journalist Richard Adams Locke, der für die Zeitung arbeitete.

Der Erfolg der Berichte lag aber auch an der Zeit, in der sie erschienen: Die Menschen interessierten sich zunehmend für neue wissenschaftliche Erkenntnisse und die Erforschung des Weltalls. Zeitungen waren damals eine der wichtigsten Informationsquellen.

Die Artikel erhielten große Aufmerksamkeit und steigerten die Auflage von "The Sun" enorm.

Wie flog The Great Moon Hoax auf?

Eine spektakuläre Enthüllung gab es nicht. Schon während der Veröffentlichung zweifelten Wissenschaftler und andere Zeitungen die Berichte an. Die angebliche wissenschaftliche Quelle ließ sich nicht nachweisen, und die beschriebenen Mondbewohner widersprachen dem damaligen Stand der Astronomie.

Eine offizielle Entschuldigung oder ein eindeutiges Eingeständnis der Zeitung "The Sun" ist historisch nicht belegt. Stattdessen setzte sich nach und nach die Erkenntnis durch, dass die Artikel frei erfunden waren.

Der Hoax gilt heute als frühes Beispiel dafür, wie Sensationsjournalismus Reichweite erzeugen konnte – lange bevor es Radio, Fernsehen oder das Internet gab.

Titelfoto: Siehe Seite für den Autor/Gemeinfreiheit/Wikimedia Commons

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