Heute vor 111 Jahren: Das Brot wird knapp - Deutschland führt die Rationierung ein

Heute vor 111 Jahren, am 25. Januar 1915 führte Deutschland im Ersten Weltkrieg die Brotkarte ein. Sie war die erste von mehreren Lebensmittelkarten, die den begrenzten Vorrat steuern sollten.

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Der Beginn der Lebensmittelknappheit

Brotkarten der Stadt München und Lüdenscheid.
Brotkarten der Stadt München und Lüdenscheid.  © 123RF/wirestock, imago/United Archives, imago/Rüdiger Wölk

Die Versorgung der Zivilbevölkerung verschlechterte sich zunehmend, da der Krieg die landwirtschaftliche Produktion belastete und Transportwege blockierte. Um eine gerechte Verteilung zu gewährleisten, wurde zunächst Brotkarten ausgegeben. Jede Person erhielt eine bestimmte Menge Brot pro Woche, die über die Karten abgegeben wurde.

Die Einführung der Brotkarte markierte den Beginn eines umfassenderen Lebensmittel-Rationierungssystems, das in den folgenden Jahren auf weitere Grundnahrungsmittel ausgeweitet wurde. Darunter zählten zum Beispiel später auch Butter, Fett, Margarine, Eier, Fleisch, Zucker, Seife und mehr.

Die Maßnahme war Teil der Kriegswirtschaft und zielte darauf ab, Hunger und soziale Unruhen zu vermeiden, während die Fronten versorgt wurden. Trotz der Rationierung kam es immer wieder zu Engpässen und einem belebten Schwarzmarkt sowie Tauschhandel, da die offiziellen Mengen nicht immer ausreichten.

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Die Lebensmittelkarten veränderten den Alltag nachhaltig. Mahlzeiten wurden einfacher und Ersatzstoffe wie Streckmehl (zum Beispiel für minderwertiges "Hungerbrot") gehörten bald zum Standard. Besonders in den Städten verschärfte sich die Versorgungslage spürbar, während ländliche Regionen teilweise besser zurechtkamen.

Auch in den darauffolgenden Jahren verschärfte sich die Versorgungslage weiter. Gerade gegen Ende des Krieges 1917 sank die tägliche Nahrungszufuhr in den Städten auf rund 1000 Kalorien pro Person.

Ein System mit Folgen

Mit der Einführung der Brotkarte am 25. Januar 1915 begann ein umfassendes Rationierungssystem, das die deutsche Zivilbevölkerung bis zum Kriegsende begleitete. Die Maßnahme machte deutlich, wie stark der Erste Weltkrieg auch fernab der Fronten in das tägliche Leben eingriff.

Titelfoto: 123RF/wirestock, imago/United Archives, imago/Rüdiger Wölk

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