Heute vor 25 Jahren: Deutschland und China setzen auf Hochgeschwindigkeit

Heute vor 25 Jahren, am 22. Januar 2001, unterzeichneten Deutschland und die Volksrepublik China einen Vertrag zum Bau der Magnetschwebebahn Transrapid. Die geplante Strecke sollte Shanghai und Hangzhou verbinden und ein technisches Prestigeprojekt beider Länder werden.

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Die Transrapidstrecke in Shanghai.
Die Transrapidstrecke in Shanghai.  © 123RF / boarding1now

Am 22. Januar 2001, vor 25 Jahren, vereinbarten Deutschland und China den Bau einer Magnetschwebebahn (Transrapid) zwischen Shanghai und Hangzhou, etwa 130 Kilometer voneinander entfernt.

Der Vertrag umfasste Planung, Bau und Lieferung der Technologie durch deutsche Unternehmen, die mit dem Hochgeschwindigkeitszugprojekt seit den 1980er-Jahren Erfahrung hatten.

Die Transrapid-Technik basiert auf magnetischer Levitation, wodurch Züge ohne direkten Kontakt mit den Schienen fahren und hohe Geschwindigkeiten über 400 km/h erreichen können.

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Die Bahn sollte die Fahrt zwischen den beiden Städten auf etwa 30 Minuten verkürzen, also deutlich schneller als konventionelle Züge.

Mit dem Projekt verbanden beide Staaten technologische Ambitionen: Deutschland wollte seine Ingenieurskompetenz international präsentieren, China seine Infrastruktur modernisieren und die Wirtschaft in der Region stärken. Der Vertrag markierte den ersten kommerziellen Einsatz der Magnetschwebetechnik außerhalb Deutschlands.

Bau und Betrieb

Der Bau begann in den frühen 2000er-Jahren. Die Strecke zwischen Shanghai und Hangzhou wurde nach dem Vertrag von 2001 zwar geplant, kam allerdings nie zustande. In China entstand lediglich eine circa 30 Kilometer lange Demonstrationsstrecke in Shanghai, die ab 2002 genutzt wurde.

Circa acht Minuten dauert nun eine Fahrt, die die Longyang-Straße in einem Außenbezirk Shanghais mit dem Shanghai Pudong International Airport verbindet.

In Deutschland selbst scheiterte die Technologie: Trotz jahrelanger Entwicklung und Teststrecken kam der Transrapid nie zum regulären Betrieb. Ein schwerer Unfall auf der Teststrecke in Emsland 2006, bei dem 23 Menschen starben, sowie hohe Kosten und politische Entscheidungen verhinderten den Einsatz im regulären Verkehr.

Geteiltes Schicksal

Der Transrapid blieb weltweit ein Projektexperiment: In China gibt es eine kurze Strecke, in Deutschland gab es nur Test- und Entwicklungsstrecken. Ein kommerzieller Betrieb mit Langstrecken wurde nirgendwo realisiert.

Titelfoto: 123RF / boarding1now

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