Von Rabea Gruber
Siegburg - Nach der Anschlagsdrohung in einem ICE in Nordrhein-Westfalen hat ein Ermittlungsrichter in Aachen einen Haftbefehl gegen den 20-jährigen Verdächtigen erlassen.
Er komme in Untersuchungshaft, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf mit.
Der Haftbefehl laute unter anderem auf den Verdacht des versuchten Mordes, der gefährlichen Körperverletzung und der Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz.
Die Ermittlungen zum Motiv des Deutschen dauern demnach weiter an. Einerseits gibt es nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Erkenntnisse, dass der Mann politisch "dem rechten Spektrum zuzuordnen" sei.
Andererseits gebe es auch Hinweise auf eine psychische Erkrankung des Mannes. Der genaue Hergang müsse noch ermittelt werden.
Ermittlungen dauern an
Kräfte der Bundespolizei hatten den Mann aus Aachen am Donnerstagabend am Siegburger Bahnhof festgenommen. Er soll im ICE von Aachen nach Frankfurt zwei Sprengvorrichtungen gezündet und sich dann auf die Zugtoilette zurückgezogen haben.
Andere Fahrgäste setzten ihn dort fest, bis die Einsatzkräfte hinzukamen. Der ICE 19 wurde geräumt, mindestens zwölf Menschen wurden leicht verletzt.
Nähere Angaben zu den gezündeten Gegenständen machten die Ermittler zunächst nicht. Nach Angaben der Bundespolizei aus der Nacht hatte der Mann mit einem Anschlag gedroht.
Bei seiner Durchsuchung fanden die Einsatzkräfte zwei Messer, eine Maske sowie zwei frei verkäufliche Rauchkörper.