Sachsen/Niedersachsen - Für ein in Dresden ansässiges norwegisches Reisebüro vertrieben fünf Männer aus Sachsen und Niedersachsen Angelreisen in das Land der Fjorde. Mit einigen Kniffen sollen sie dadurch mehr als eine Million Euro Schaden verursacht haben. Jetzt folgten mehrere Durchsuchungen.
Laut einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Dresden erfolgte der Zugriff am heutigen Dienstagvormittag. Das Landeskriminalamt Sachsen durchsuchte dabei zwei Einheiten in Dresden und Königsbrück, das LKA aus Niedersachsen drei weitere in Stuhr, Winsen und Delmenhorst.
Dabei wurden die fünf Wohnungen der vier beschuldigten Deutschen (45, 52, 54 und 54) und eines beschuldigten Norwegers (56) durchsucht. Auch vier Firmenobjekte wurden durch die Ermittler einmal auf links gedreht.
Gegen die fünf Männer wird unterdessen wegen des Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs ermittelt.
Sie sollen seit Januar 2015, ausgehend von einem Reisebüro in Dresden, Angelreisen nach Norwegen an Kunden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz verkauft haben. Der zuvor geschlossene Handelsvertretervertrag befugte die Männer zwar dazu, für die norwegische Gesellschaft den Vertrag abzuschließen, jedoch nicht dazu, die Gelder der zahlenden Kunden zu vereinnahmen.
Die Beschuldigten sollen Rechnungen manipuliert und so Gelder in ihre eigene Tasche umgeleitet haben.
Bande verursacht 1,3 Millionen Euro Gesamtschaden
Im Anschluss daran sollen die fünf Männer die unterschiedlichen Wechselkurse zwischen Euro und norwegischen Kronen so ausgenutzt haben, dass sie nur einen kleineren Teil der tatsächlich getätigten Zahlung an die norwegische Gesellschaft weiterleiteten.
Die Ermittlungen kamen zu dem Schluss, dass die Bande durch diese Methode rund 1,3 Millionen Euro Schaden verursachte.