Hammer um Remscheider Waffenarsenal! Erster Angeklagter gesteht vor Gericht
Von Frank Christiansen
Remscheid/Wuppertal - Im Prozess um eines der größten illegalen Waffenlager Deutschlands hat es gleich zum Auftakt ein Geständnis gegeben.
Der Verteidiger eines 35-jährigen Angeklagten erklärte vor dem Wuppertaler Landgericht, sein Mandant räume die Vorwürfe vollständig ein. Auch ein 38-Jähriger sei grundsätzlich bereit auszusagen. Ob sich der 60 Jahre alte Hauptangeklagte äußern wird, soll nach weiteren Gesprächen entschieden werden.
Den drei Männern werden Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Waffengesetz vorgeworfen. Ihnen drohen Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren. Das Gericht stellte bei umfassenden Geständnissen Strafen zwischen zwei und acht Jahren in Aussicht.
Im Mittelpunkt des Verfahrens steht ein gigantisches Waffenarsenal, das Ermittler Ende Oktober 2025 in einem Gebäudekomplex in der Remscheider Innenstadt entdeckt hatten.
Hinter Geheimtüren und in versteckten Räumen fanden sie rund 300 scharfe Schusswaffen, darunter Maschinengewehre, Maschinenpistolen, Präzisionsgewehre, Panzerabwehrwaffen und Handgranaten sowie fast 100.000 Schuss Munition.
Die Staatsanwaltschaft spricht von einem der größten Kriegswaffenfunde der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland.
So lief der mutmaßliche Waffenhandel
Nach Angaben der Anklage soll der Hauptangeklagte mehrere Maschinenpistolen und einen Revolver an den 38-Jährigen verkauft haben. Dieser habe einen Teil der Waffen gemeinsam mit dem 35-Jährigen weiterveräußert.
Kurz vor Prozessbeginn berichtete die Staatsanwaltschaft zudem von einem Zeugen aus Polen, der den mutmaßlichen Handel mit Kriegswaffen bestätigt haben soll.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Waffen unter anderem für die Organisierte Kriminalität bestimmt waren.
Für das Verfahren hat das Landgericht Wuppertal insgesamt zehn Verhandlungstage bis Ende September angesetzt. Der Prozess wird am 15. Juli fortgesetzt.
Titelfoto: Bildmontage: --/Polizei Wuppertal/dpa, Rolf Vennenbernd/dpa,

