Villa kaufen, im Gefängnis wohnen: Immo-Betrüger hinter Gittern

Meißen - So hatte sich ein 61-jähriger Greifswalder das sicher nicht vorgestellt: Mutmaßlich vierfacher Betrug brachte ihn nun in den Knast.

Diese Villa konnte sich der 61-Jährige gar nicht leisten.
Diese Villa konnte sich der 61-Jährige gar nicht leisten.  © Eric Münch

Offenbar war das Angebot zu verlockend: eine 30er-Jahre-Villa mit spektakulärem Blick über Meißens Altstadt an der Wilsdruffer Straße.

Im Internet hatte der Greifswalder das Inserat eines Dresdner Maklerbüros entdeckt. Anfang August wurde der Kaufvertrag über 830.000 Euro von seiner Lebensgefährtin (54) in ihrem und als Vertreterin auch in seinem Namen beim Notar in Großenhain unterschrieben.

"Dabei wusste der Beschuldigte, dass er die Forderung auch nicht teilweise erfüllen können würde", so Oberstaatsanwalt Lorenz Haase (60).

Das Paar erhielt bereits den Schlüssel, noch vor der Zahlungsfälligkeit. Auch eine Auflassungsvormerkung wurde eingetragen. Für knapp 23.000 Euro arbeiteten zwei Handwerksfirmen in dem Anwesen, die Rechnungen blieben unbeglichen.

Auch die Maklergebühr von 48.000 Euro zahlte der 61-Jährige nicht. Die Staatsanwaltschaft erließ Haftbefehl. Der zwischenzeitlich untergetauchte Betrüger wurde am Samstag in Malchin (Mecklenburg-Vorpommern) festgenommen und sitzt in U-Haft.

Mit der Liebe zur Dame aus dem Raum Meißen ist offenbar auch Schluss: "Gegen die damalige Lebensgefährtin des Beschuldigten wurde kein Haftbefehl beantragt, da gegen diese derzeit kein dringender Tatverdacht besteht", so Haase. Das Haus steht übrigens wieder zum Verkauf.

Titelfoto: Eric Münch

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