Geiselnahme und Gewalt: Neue Anklage gegen "Maschsee-Mörder"

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Von Frank Christiansen

Düsseldorf - Gegen den sogenannten Maschsee-Mörder ist erneut Anklage erhoben worden. Ihm wird Geiselnahme und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, sagte der zuständige Staatsanwalt in Düsseldorf der Deutschen Presse-Agentur. 

Der sogenannte "Maschsee-Mörder" muss sich erneut vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Geiselnahme und gefährliche Körperverletzung vor.
Der sogenannte "Maschsee-Mörder" muss sich erneut vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Geiselnahme und gefährliche Körperverletzung vor.  © Sebastian Kahnert/dpa

Er soll nach seiner Freilassung aus der Strafhaft seine damalige Freundin festgehalten und misshandelt haben.

Im Januar war der damals 37-Jährige im Düsseldorfer Hauptbahnhof festgenommen worden. Dabei soll er mit mehreren Messern bewaffnet gewesen sein. Er befindet sich seither in Untersuchungshaft. 

Bei einer neuerlichen Verurteilung sei Sicherungsverwahrung für den Beschuldigten nicht auszuschließen, sagte der Staatsanwalt in Düsseldorf. Allerdings hänge dies auch vom psychiatrischen Gutachten ab, das noch nicht vorliege. 

Für Neubauprojekt sollte 101-Jährige ausziehen: Gericht weist Klage ab
Justiz Für Neubauprojekt sollte 101-Jährige ausziehen: Gericht weist Klage ab

Der vorbestrafte Deutsche hatte 2012 in Hannover eine aus Ibbenbüren in NRW stammende 44-jährige Prostituierte getötet, zerstückelt und die Leichenteile in den Maschsee in Hannover geworfen.

Sachverständiger attestierte dem Angeklagten hohes Rückfallrisiko

Im Maschsee in Hannover wurden 2012 die Leichenteile einer 44-Jährigen gefunden. Der Fall sorgte bundesweit für Entsetzen.
Im Maschsee in Hannover wurden 2012 die Leichenteile einer 44-Jährigen gefunden. Der Fall sorgte bundesweit für Entsetzen.  © Julian Stratenschulte/dpa

Pure Mordlust habe ihn getrieben, stellte das Landgericht Hannover damals fest. Es wies den Mann 2013 in die Psychiatrie ein und verurteilte ihn zu zwölf Jahren Haft wegen Mordes. 

Das Gericht stufte den von Gewaltfantasien getriebenen damals 25-Jährigen aufgrund einer schweren Persönlichkeitsstörung und wegen seines Alkohol- und Drogenmissbrauchs als vermindert schuldfähig ein.

Deshalb verhängten die Richter trotz der Verurteilung wegen Mordes keine lebenslange Haftstrafe. Nur bei einer Heilung sollte er auf freien Fuß kommen, hieß es damals. 

Mehr als 6300 illegale Cannabis-Pflanzen: Drogenbande verurteilt
Justiz Mehr als 6300 illegale Cannabis-Pflanzen: Drogenbande verurteilt

Auslöser für die Tat soll gewesen sein, dass die Frau sich über die rechtsradikalen Ansichten des Täters lustig machte. Im Prozess um das aufsehenerregende Verbrechen hatte ein psychiatrischer Sachverständiger dem Angeklagten ein hohes Rückfallrisiko attestiert. 

Weitere extreme Gewalttaten seien jederzeit denkbar und die Chancen einer Therapie klein, hatte der Psychiater gesagt. In der Wohnung des Mörders hatten die Fahnder neben Messern und einer Armbrust auch ein Foto des rechtsradikalen norwegischen Massenmörders Anders Breivik gefunden.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa

Mehr zum Thema Justiz: