Mann fährt Mutter und Söhne tot: Urteil laut Angehörigen "eine Frechheit"

Von David Nau

Esslingen - Eine junge Mutter und ihre beiden kleinen Söhne starben noch am Unfallort: Nach einem Unfall mit drei Toten in Esslingen nahe Stuttgart ist der Fahrer des Unfallwagens zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Bei dem schweren Verkehrsunfall im Oktober 2024 sind drei Personen gestorben.  © -/SDMG/dpa

Dass ihr Urteil bei den Angehörigen nicht gut ankommen wird, scheint die Richterin schon zu ahnen. "Es gibt keine Worte, die den Schmerz über Ihren Verlust lindern können", sagt sie bei der Urteilsbegründung im Amtsgericht Esslingen an die Familie der Unfallopfer gerichtet. 

Eine Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monate hat sie zuvor gegen den heute 55 Jahre alte Angeklagten verhängt. Dafür dass er nach Überzeugung des Gerichts mit seinem Auto bei einem Unfall eine Mutter und ihre beiden Söhne getötet hat, wird er der fahrlässigen Tötung in drei Fällen schuldig gesprochen.

Weil die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird, muss er nicht ins Gefängnis, sofern er sich an seine Bewährungsauflagen hält. 

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"Eine Frechheit" sei das, sagt der Ehemann der getöteten Frau und der Vater der beiden Kindern kurz darauf vor dem Gerichtssaal. Insbesondere die Bewährungsstrafe kann er nicht nachvollziehen. "Wir Angehörige wurden lebenslang verurteilt. Meine Frau und meine Kinder kommen nie wieder zurück."

Das Amtsgericht Esslingen sprach den 55-Jährigen der fahrlässigen Tötung in drei Fällen schuldig.

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Angehörige hatten höhere Strafe gefordert

Der Angeklagte entschuldigte sich bei den Angehörigen der Toten.  © Marijan Murat/dpa

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrer Anklage dem Mann vorgeworfen, Ende Oktober 2024 beim Heranfahren an eine rote Ampel in Esslingen das Gaspedal mit dem Bremspedal verwechselt und dann sein Fahrzeug mit fast 100 Kilometern pro Stunde auf den Gehweg gelenkt zu haben.

Dort erfasste das Fahrzeug eine 39 Jahre alte Frau und ihre beiden drei und sechs Jahre alten Söhne. Alle drei starben noch am Unfallort. Der Fahrer eines anderen Autos wurde leicht verletzt.

Der Unfallfahrer hatte sich bei den Angehörigen der Opfer am ersten Verhandlungstag entschuldigt. Was geschehen sei, habe auf unvorstellbare Art Leben zerstört und Familien in tiefste Trauer gestürzt, ließ der 55-Jährige über seinen Verteidiger ausrichten.

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Das Geschehen und dessen furchtbare Folgen täten ihm von Herzen leid. "Mir ist bewusst, dass nichts, was ich sage, den Verlust lindern kann." Ansonsten habe sich der Angeklagte weder zur Sache noch zur Person geäußert, sagte ein Gerichtssprecher.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung gefordert. Der Verteidiger des Mannes hatte einen Freispruch verlangt.

Die Angehörigen der Opfer, die in dem Verfahren als Nebenkläger auftraten, hatten über ihre Anwälte eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Jahren ohne Bewährung gefordert. Zudem wollten die Angehörigen erreichen, dass der Mann seinen Führerschein lange oder sogar lebenslang abgeben muss.

Erstmeldung: 14.45 Uhr, aktualisiert um 16.39 Uhr.

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