Paket-Bombe im Auftrag Moskaus? Drei mutmaßliche Saboteure in Stuttgart vor Gericht

Von Nico Pointner

Stuttgart - Was nach Spionage-Thriller klingt, wird nun vor Gericht verhandelt: Drei Männer sollen Anschläge auf Transportwege vorbereitet haben. Dahinter soll ein Auftrag aus Russland stehen.

Der Prozess wird vor dem Oberlandesgericht in Stuttgart verhandelt. (Symbolfoto)  © Bernd Weißbrod/dpa-Pool/dpa

Am Dienstag startet nun unter hohen Sicherheitsvorkehrungen der Prozess gegen sie. Der Generalbundesanwalt wirft den Männern im Alter von 22, 25 und 30 Jahren Agententätigkeit und Verabredung zu Brandanschlägen im Auftrag eines russischen Nachrichtendienstes vor.

Die Beschuldigten waren im Mai vergangenen Jahres in Köln, Konstanz und im Schweizer Kanton Thurgau festgenommen worden. Ermittlungen der Bundesanwaltschaft zufolge sollen sie Teil eines Sabotageplans gewesen sein, der auf Transportwege eines Paketdienstleisters abzielte.

Nach Darstellung der Anklage verschickten die Männer im März 2025 über einen ukrainischen Postdienst zwei Pakete mit GPS-Trackern in Richtung Ukraine.

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Den Auftrag hierzu soll laut Generalbundesanwalt ein russischer Nachrichtendienst erteilt haben - über Mittelsmänner aus der ukrainischen Stadt Mariupol. Damit sollten Routen und Transportabläufe bei dem Paketdienstleister ausgeforscht werden.

Im nächsten Schritt hätten die Angeklagten nach Angaben der Ermittler Pakete mit Brandsätzen verschicken sollen, die sich während des Transports entzünden. Solche Pakete sollten sich laut Bundesanwaltschaft "in Deutschland oder sonst auf dem Weg in nicht von Russland besetzte Teile der Ukraine entzünden und möglichst großen Schaden verursachen, um das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu beeinträchtigen".

Die drei Männer hätten zugesagt, die Pakete zu verschicken, so der Vorwurf.

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Die festgenommenen Männer sollen im Auftrag eines russischen Nachrichtendienstes gearbeitet haben.  © Soeren Stache/dpa

Staatsschutzverfahren in Stammheim

Den in Stuttgart Angeklagten wird nun vorgeworfen, sich zur schweren Brandstiftung verabredet zu haben und als Agenten zu Sabotagezwecken gearbeitet zu haben. Alle drei sitzen in Untersuchungshaft. Der Mann, der in der Schweiz festgenommen worden war, wurde im Dezember 2025 nach Deutschland ausgeliefert.

Der Prozess wird als Staatsschutzverfahren verhandelt. Bislang sind bis Ende September mehr als 30 Verhandlungstage im stark gesicherten Prozessgebäude in Stuttgart-Stammheim angesetzt.

Nach Einschätzung des Bundesamts für Verfassungsschutz hat sich die Bedrohung durch russische Spionage, Sabotage und Desinformation seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine deutlich verschärft. Eine Mischung staatlicher, staatlich gesteuerter sowie privater Akteure prägt demnach die nachrichtendienstliche Bedrohungslage durch Russland.

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