Von Kristina Puck
Stuttgart - Im Stuttgarter Turnskandal ist ein juristischer Streit mit einem Vergleich vor dem Landesarbeitsgericht zu Ende gegangen.
Der Schwäbische Turnerbund (STB) erstattet einer zuvor gekündigten Trainerin 110.000 Euro Abfindung sowie insgesamt 4000 Euro Nachzahlungen. Darauf einigten sich die Parteien vor dem Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg.
Der Trainerin war im Zuge der Missbrauchsvorwürfe am Kunst-Turn-Forum in Stuttgart gekündigt worden, die ordentliche Kündigung zu Ende August 2025 bleibt im Rahmen des Vergleichs bestehen.
Rund um den Jahreswechsel 2024/25 hatten aktive und ehemalige Turnerinnen Missstände und unter anderem "systematischen körperlichen und mentalen Missbrauch" sowie katastrophale Umstände angeprangert.
Die Richterin vor dem Landesarbeitsgericht äußerte zuvor Bedenken, ob die Missbrauchsvorwürfe für eine Kündigung ausreichen.
Die Daten seien oft falsch, der Umgang mit ärztlichen Attests Ermessenssache. Im vergangenen Jahr hatte der STB vor dem Arbeitsgericht verloren.
DBT sieht kein strafbares Fehlverhalten zweier Funktionäre
Seit rund eineinhalb Jahren ist der Skandal ein Fall für die Justiz. Zunächst hatten sich die Ermittlungen gegen Trainer gerichtet. Ende Januar 2026 waren die Ermittlungen auf Funktionsträger im STB sowie auf den Deutschen Turner-Bund (DTB) und dabei auf den Verbandspräsidenten Alfons Hölzl und Sportvorstand Thomas Gutekunst ausgeweitet worden.
Der DTB sieht kein strafbares Fehlverhalten der beiden Funktionäre und beruft sich dabei auf eine juristische Überprüfung durch eine Anwaltskanzlei.
Im Zuge der Missbrauchsvorwürfe war auch der Bundesstützpunkt in Mannheim in den Fokus gerückt. Der DTB hat zur Aufarbeitung an beiden Standorten eine Kanzlei eingesetzt. Auch der Schwäbische Turnerbund beschäftigt sich mit der Aufarbeitung und den daraus zu ziehenden Konsequenzen.
Auch ein Trainer geht gegen seine Kündigung vor. Der Berufungsprozess des Schwäbischen Turnerbunds ist in diesem Fall für den 30. September geplant.