Bei ICE-Fahrt: Axtangriff im Wahn! 21-Jähriger muss in Psychiatrie bleiben

Von Ute Wessels

Regensburg - Weil er vor gut einem Jahr im Wahn mehrere Reisende in einem ICE mit einer Axt angegriffen hat, ist für einen 21-Jährigen die weitere Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet worden.

Die Polizei und Spurensicherung ermitteln in einem ICE, in dem ein Mann in Niederbayern mehrere Passagiere angegriffen hat.  © Armin Weigel/dpa

Der Syrer sei aufgrund einer Erkrankung schuldunfähig, sagte die Vorsitzende Richterin nach der Urteilsverkündung im Landgericht Regensburg. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Das Gericht legte dem 21-Jährigen unter anderem versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung zur Last. Dass bei dem Angriff niemand starb, sei schlichtweg Zufall gewesen, sagte die Richterin.

Für die Reisenden in dem ICE in Niederbayern war nicht vorhersehbar, dass die Situation in einem Waggon am 3. Juli 2025 eskalierte: Der Syrer sprach - so die Rekonstruktion vor Gericht - zunächst einen 25 Jahre alten, ihm nicht bekannten Landsmann an.

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Der 25-Jährige war mit seiner Mutter und seinen beiden jüngeren Geschwistern unterwegs nach Passau. Der Beschuldigte habe seinen Landsmann "mit feindseligem Blick" fixiert und sei mit Hammer und Axt durch das Zugabteil gelaufen.

Die Mutter des 25-Jährigen bat einen weiteren Fahrgast, die Polizei zu rufen, weil ihr Sohn keinen Handyempfang hatte. Während der 29-Jährige den Notruf tätigte, schlug ihm der Beschuldigte mit der Axt auf den Kopf. Der Mann sackte mit einer Schädelfraktur bewusstlos zusammen.

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Notruf bei Polizei vorgespielt - Brutale Tat aufgezeichnet

Knapp ein Jahr nach einem Axtangriff in einem ICE in Niederbayern muss sich der 21-jährige Syrer vor Gericht verantworten.  © Armin Weigel/dpa

Der Angreifer ließ dann nach Überzeugung der Richter von ihm ab und ging auf die syrische Familie zu. Dort traf er mit der Axt zweimal den Kopf der Mutter. Auch die 52-Jährige erlitt eine Schädelfraktur.

Dem 25 Jahre alten Sohn gelang es, dem Angreifer die Axt zu entreißen und diesen damit in Notwehr zu schlagen. Der Angreifer wurde schwer verletzt.

Der Notruf des Fahrgastes war im Prozess vorgespielt worden. Es ist zu hören, wie der Anrufer dem Polizisten von einem Mann mit Axt berichtet und wie der Polizist Nachfragen stellt.

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Dann bemerkt der 29-Jährige den Angreifer neben sich und sagt: "Jetzt ist er neben mir." Es folgt ein dumpfes Geräusch - die Axt trifft auf den Schädel. Der Polizist ruft mehrmals laut ins Telefon, aber der Zeuge antwortet nicht mehr.

Das Vorspielen des Notrufes bewegte den Angeklagten offensichtlich. Er sagte danach an den 29-Jährigen gerichtet: "Ich entschuldige mich für das, was passiert ist."

Weil bei dem Mann derzeit weiterhin eine erhebliche Wiederholungsgefahr bestehe, bleibe er zur Behandlung in der Psychiatrie, bilanzierte die Vorsitzende Richterin. Der 21-Jährige höre unter anderem Stimmen, die ihn zu bestimmten Dingen aufforderten.

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