Sie hat ihn immer schlecht gemacht: Elf Jahre Haft für Tötung der Stiefmutter

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Von Carsten Hoefer

München - Das Landgericht München I hat einen 25 Jahre alten Mann wegen der Tötung seiner Stiefmutter zu elf Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt.

Laut Gericht hatte die Stiefmutter den jungen Mann immer wieder schlecht geredet. Er wurde nun für den Mord an der Frau verurteilt.
Laut Gericht hatte die Stiefmutter den jungen Mann immer wieder schlecht geredet. Er wurde nun für den Mord an der Frau verurteilt.  © Peter Kneffel/dpa

Die 11. Große Strafkammer wertete die Bluttat nicht als Mord – unter anderem, weil die Frau nach Einschätzung der Richter nicht arglos war und der Angeklagte damit nicht heimtückisch handelte. 

Der 25-Jährige hatte seine aus Montenegro stammende Stiefmutter im Juni 2025 nach einem heftigen Streit mit über sechzig Messerstichen getötet – zuvor hatte er sie laut Urteil geschlagen, sie hatte ihn als "Stück Scheiße" beschimpft.

Schon die Staatsanwaltschaft hatte den Mann nicht wegen Mordverdachts, sondern wegen Totschlags angeklagt.

Drohende Todesstrafe? Neuschwanstein-Mörder kämpft gegen Abschiebung
Gerichtsprozesse Bayern Drohende Todesstrafe? Neuschwanstein-Mörder kämpft gegen Abschiebung

Die Tat hatte eine lange Vorgeschichte: Die Stiefmutter hatte den jungen Mann nach Erkenntnissen des Gerichts immer wieder herabgesetzt.

Die Richter gingen davon aus, dass der 25-Jährige seine Stiefmutter vorsätzlich tötete und dass die Frau keine Chance zur Gegenwehr hatte. Der Mann hatte für seine Tat ein in der Wohnung liegendes Messer genommen.

Ermittler hatten später NS-Literatur bei dem Angeklagten gefunden, doch ein fremdenfeindliches Motiv schloss das Schwurgericht aus. Der 25-Jährige hatte ein Geständnis abgelegt und gesagt, dass er "wie in Trance" gehandelt habe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Bayern: