Von Angelika Resenhoeft
Schweinfurt - Ein wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Heimkindern angeklagter Mann hat im Berufungsverfahren vor dem Landgericht Schweinfurt eingeräumt, sich an zwei Jungen vergangen zu haben.
Der 56-Jährige sagte allerdings, er könne sich nicht konkret an die Taten erinnern. Wenn die Opfer die Übergriffe - so wie in der Anklage festgehalten - geschildert hätten, werde er dem nicht entgegentreten. "Es tut mir unheimlich leid", sagte der Angeklagte.
Der Mann war Ende der 1990er Jahre als Hausmeister in dem Heim im Landkreis Schweinfurt tätig. Die Übergriffe sollen in einem Wohnwagen auf dem Heimgelände und auf einer Almhütte in Österreich stattgefunden haben.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 56-Jährigen schweren sexuellen Missbrauch von Kindern und versuchten schweren sexuellen Missbrauch von Kindern vor.
Bei den Übergriffen sollen in den Jahren zwischen etwa 1998 bis 2000 zwischen 11 und 15 Jahre alt gewesen sein.
Angeklagter hatte gegen Haftstrafe Berufung eingelegt
Ursprünglich waren in dem Komplex zwei Männer angeklagt - der 56-Jährige und ein 1981 geborener Mann, der als Erzieher in dem Kinderdorf am Rand des Steigerwalds gearbeitet hatte.
Das Gericht in Schweinfurt hatte im Januar 2025 den 56-Jährigen zu drei Jahren Haft und den anderen Angeklagten zu einer Jugendstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt, ausgesetzt zur Bewährung.
Der Ältere legte Berufung ein. Im Fall des anderen Angeklagten ging die Staatsanwaltschaft zunächst ebenfalls in Berufung, nahm diese später aber wieder zurück.
Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten Haftstrafen für beide Angeklagte gefordert.