Falsch abgerechnet und Geld ergaunert? Arzt aus Niederbayern vor Gericht
Von Irena Güttel
Nürnberg - Im Prozess um vielfachen Abrechnungsbetrug gegen einen Arzt aus Niederbayern will das Landgericht in Nürnberg am Montag ein Urteil verkünden.
Die Generalstaatsanwaltschaft hatte zuvor in ihrem Plädoyer gefordert, den Angeklagten wegen 13-fachen Betrugs und eines sexuellen Übergriffs zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und neun Monaten zu verurteilen, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte.
Zudem plädierte die Anklage demnach dafür, ein vierjähriges Berufsverbot zu verhängen und die Einziehung von Wertersatz von über 1,4 Millionen Euro anzuordnen.
Die Verteidigung beantragte, den Angeklagten wegen der Betrugsvorwürfe zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten zu verurteilen. Den Vorwurf des sexuellen Übergriffs sah diese nicht als erwiesen an.
Die für Betrug und Korruption im Gesundheitswesen zuständige Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg hatten dem Mediziner aus Niederbayern vorgeworfen, als sogenannter Poolarzt eine Vielzahl von Leistungen wie Hausbesuche im Notdienst abgerechnet zu haben, die er aber nicht erbracht haben soll. Dadurch soll der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns ein Schaden von rund 1,6 Millionen Euro entstanden sein.
Patientin ohne Grund an die Brust gefasst?
Ein Poolarzt ist kein Vertragsarzt, sondern übernimmt Bereitschaftsdienste und rechnet diese auf Grundlage einer Vereinbarung mit der Kassenärztlichen Vereinigung ab.
Außerdem ist der Mann wegen der sexuellen Nötigung einer Patientin angeklagt.
Er soll dieser bei einer Behandlung in Passau im Februar 2021 ohne medizinischen Grund an die Brust gefasst haben.
Titelfoto: Daniel Karmann/dpa
