Spendenskandal: Ex-OB Wolbergs vor erneutem Prozess - "Ich kämpfe für mich"

Von Ute Wessels

München/Regensburg - Joachim Wolbergs (54) ist kämpferisch. Zehn Jahre und mehrere Gerichtsverfahren sind vergangen, seit Ermittlungen gegen den damaligen Regensburger Oberbürgermeister öffentlich wurden.

Joachim Wolbergs, ehemaliger Oberbürgermeister von Regensburg, spricht bei einem Infoabend vor Beginn seines neuen Prozesses.
Joachim Wolbergs, ehemaliger Oberbürgermeister von Regensburg, spricht bei einem Infoabend vor Beginn seines neuen Prozesses.  © Armin Weigel/dpa

Doch bis heute ist der Justizfall Wolbergs nicht abgeschlossen. Vorab legt der 54-Jährige bei einem Infoabend am Dienstag seine Sicht dar und stellt sich den Fragen der Zuhörer.

Die rege Teilnahme an dem Abend "gibt mir das Gefühl, es gibt noch ein paar Leute, die sich für das interessieren, was im März losgeht", sagt er.

"Ich habe keinen Bammel vor Auftritten, vor dem heute auch nicht, aber es ist eine gewisse Gratwanderung. Alles, was ich sage, wird genau beobachtet."

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In dem anstehenden Verfahren geht es um die teilweise Neuverhandlung des zehnmonatigen Parteispenden-Prozesses vor dem Landgericht Regensburg 2018/19.

Hintergrund war der Kommunalwahlkampf von Wolbergs – damals noch in der SPD – im Jahr 2014.

Worum geht es in dem Prozess?

In dem Prozess 2018/19 wurde Wolbergs wegen zwei Fällen der Vorteilsnahme verurteilt, der Bundesgerichtshof hob im November 2021 das Urteil in Teilen auf.

Ein zweiter Prozess gegen Wolbergs endete 2020 mit einer Verurteilung wegen eines Falles der Bestechlichkeit zu einer einjährigen Bewährungsstrafe. Dieses Urteil bestätigte der BGH 2021 in Gänze.

Nach dem BGH-Urteil hatte er Anfang 2022 Verfassungsbeschwerde eingelegt. Am 11. März soll es nun losgehen. 13 Verhandlungstermine sind anberaumt. "Ich kämpfe für mich selbst", sagt Wolbergs.

Titelfoto: Armin Weigel/dpa

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