Gift im Lieblingsessen aus Habgier? Frau und Tochter wegen Mordes an Großvater vor Gericht

Traunstein - Sie sollen ihrem pflegebedürftigen Angehörigen eine tödliche Überdosis Medikamente in sein Lieblingsessen gemischt haben: Das Landgericht Traunstein verhandelt seit Dienstag gegen eine Frau und ihre Tochter wegen Mordes an ihrem Vater beziehungsweise Großvater.

Zwei Frauen sollen gemeinsam einen Familienangehörigen getötet haben. Das mögliche Motiv könnte Habgier gewesen sein. (Symbolbild)
Zwei Frauen sollen gemeinsam einen Familienangehörigen getötet haben. Das mögliche Motiv könnte Habgier gewesen sein. (Symbolbild)  © Lino Mirgeler/dpa

Die 55-jährige Frau soll der Anklagebehörde zufolge verärgert gewesen sein, dass ihr Vater ihrem Sohn seine Immobilie in Töging im oberbayerischen Landkreis Altötting als Schenkung übertragen hatte. Die Staatsanwaltschaft sieht hier als ein Motiv Habgier.

Ihre 30 Jahre alte Tochter - die Enkelin des Getöteten - war 2014 in das Haus eingezogen und hatte die Pflege und Versorgung des Großvaters übernommen.

Allerdings wurde die Pflege laut Staatsanwaltschaft zu einer immer stärkeren Belastung, der die 30-Jährige mit ihrer eigenen Familie und zwei Kindern immer weniger gewachsen war und derer sie sich - so der Anklagevorwurf - entledigen wollte.

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Die beiden Frauen sollen deshalb beschlossen haben, den Senior zu töten. Sie sollen diverse Medikamente besorgt und diese dem Mann mit seinem extra gekochten Lieblingsessen verabreicht haben. Der Hausarzt konnte am nächsten Tag nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Andere Angehörige brachten den Verdacht auf, dass der Mann nicht eines natürlichen Todes gestorben sein könnte. Die beiden Frauen sitzen seit dem vergangenen Jahr in Untersuchungshaft.

Für den Prozess sind zunächst 13 Verhandlungstage bis Mitte November angesetzt.

Titelfoto: Lino Mirgeler/dpa

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