Illegale Dieselgeschäfte in Millionenhöhe: Prozessauftakt in Hof
Von Kathrin Zeilmann
Hof - Kaufte ein Mineralölhändler aus dem Landkreis Hof nicht besteuerten Kraftstoff? Gingen dadurch Steuereinnahmen in Millionenhöhe verloren? Wurden Kunden betrogen?
Diese Fragen muss das Landgericht Hof in einem komplexen Verfahren klären.
Neben dem 63 Jahre alten Unternehmer sind noch sieben weitere Menschen angeklagt – sie sollen in verschiedenen Konstellationen an der Beschaffung und dem Weiterverkauf des Kraftstoffs beteiligt gewesen sein.
Zu Beginn des Verfahrens standen viele Zahlen: Die Anklageschrift ist weit über 100 Seiten lang, die Staatsanwaltschaft listete über Stunden Zahlungsvorgänge auf.
Deutlich wurde aber auch: Die Ermittler vermuten, dass das Netzwerk rund um den illegalen Dieselhandel größer ist als die nun Angeklagten. Von "bisher unbekannten Personen" ist die Rede in der Anklageschrift.
Und als Verteidiger forderten, das Tragen von Hand- und Fußfesseln für die Angeklagten zu lockern, wies ein Vertreter der Staatsanwaltschaft darauf hin, dass man davon ausgehe, dass in diesem Tatkomplex noch weitere Menschen auf der Flucht seien.
Insgesamt 60 Verhandlungstage angesetzt
Dem Mineralölhändler wirft die Staatsanwaltschaft vor, zwischen November 2023 und November 2024 rund 90,5 Millionen Liter unversteuerten Kraftstoff eingekauft zu haben.
Er soll demnach gewusst haben, dass die Lieferanten Energiesteuer von rund 44 Millionen Euro hinterzogen haben sollen.
Das Landgericht Hof steht vor einem Mammutverfahren: Bis zum 22. Oktober sind noch 59 Verhandlungstage angesetzt.
Titelfoto: NEWS5 / Stephan Fricke
