Seglerin stirbt am Bodensee: Bootsfahrer jetzt unter Mordverdacht

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Von Albert Otti

Feldkirch - Nach dem Tod einer Seglerin aus Bayern auf dem Bodensee droht einem Motorbootfahrer ein Mordprozess.

Ein Segelboot fährt auf dem Bodensee. Ein Ausflug im vergangenen Oktober nahm ein tödliches Ende. (Symbolfoto)
Ein Segelboot fährt auf dem Bodensee. Ein Ausflug im vergangenen Oktober nahm ein tödliches Ende. (Symbolfoto)  © Marijan Murat/dpa

Der 26-jährige Österreicher war nach dem Zusammenstoß seines Bootes mit dem Segelboot ursprünglich wegen grob fahrlässiger Tötung angeklagt. Doch eine Richterin im österreichischen Feldkirch entschied, dass die Anklage abgeändert werden sollte, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Im Oktober hatte der Bootslenker das Segelboot vor der österreichischen Bodensee-Gemeinde Fußach gerammt und zerstört. Die 57-jährige Seglerin aus dem Landkreis Günzburg wurde tödlich verletzt. Ihr Ehemann konnte sich durch einen Sprung ins Wasser retten.

Der Prozess begann vor dem Landesgericht Feldkirch zunächst wegen mutmaßlicher fahrlässiger Tötung.

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Der Staatsanwalt und ein Gutachter gingen davon aus, dass das Motorboot mit 60 Kilometern pro Stunde unterwegs war, also 20 km/h schneller als erlaubt, wie die Nachrichtenagentur APA und der Sender ORF berichteten.

Der Angeklagte habe demnach auch seine Umgebung nicht beachtet.

Wende im Prozess: Richterin sieht nach Aussage Mordanklage

Einem Gutachten zufolge muss das Motorboot mit 60 km/h unterwegs gewesen sein. (Symbolfoto)
Einem Gutachten zufolge muss das Motorboot mit 60 km/h unterwegs gewesen sein. (Symbolfoto)  © Silas Stein/dpa

Der Motorbootfahrer beharrte hingegen darauf, dass er das Geschwindigkeitslimit eingehalten und das Segelboot nicht gesehen habe, obwohl er nach vorn geblickt habe.

Diese Erzählung führte zur Wende in dem Prozess: Wenn der Angeklagte wirklich sechs Minuten lang auf das andere Boot zugefahren sei, ohne zu reagieren, sei nicht mehr von Fahrlässigkeit, sondern von einer vorsätzlichen Handlung auszugehen, argumentierte die Richterin.

Sie erklärte sich deshalb als unzuständig und entschied, den Fall vor einem Geschworenengericht fortzuführen - wegen des Verdachts des bedingt vorsätzlichen Mordes. Bedingter Vorsatz heißt, dass ein Täter seine Tat für ernstlich möglich hält und sich damit abfindet, auch wenn er die Tat nicht geplant hat.

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Der Angeklagte hat noch die Möglichkeit, gegen das Unzuständigkeitsurteil der Richterin zu berufen. Sollte es zu einem Mordprozess kommen, drohen ihm bis zu 20 Jahre oder lebenslange Haft.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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