Er wollte Juden und "Ungläubige" in Berlin töten: Syrer muss in den Knast

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Von Anne Baum

Berlin - Ein 22-jähriger Syrer, der einen Anschlag mit einem Sprengstoffgürtel und einem Messer geplant haben soll, ist zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und vier Monaten verurteilt worden.

Der Angeklagte sitzt seit Anfang November in U-Haft.
Der Angeklagte sitzt seit Anfang November in U-Haft.  © Christophe Gateau/dpa

Das Berliner Landgericht sprach den Mann unter anderem der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat schuldig. Der 22-Jährige habe aus radikal-islamistischer Gesinnung gehandelt.

Der Mann soll sich spätestens seit März 2025 mit dem Gedanken getragen haben, einen terroristischen Anschlag zu begehen, dem vor allem in Berlin lebende Juden sowie seiner Ansicht nach "Ungläubige" zum Opfer fallen sollten.

Er habe geplant, erst mit einem Messer möglichst viele jüdische Personen und Nichtmuslime zu töten und dann einen Selbstmordanschlag mit einem Sprengstoffgürtel zu verüben.

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Der junge Mann mit geringer Schulbildung habe sich mit dem Märtyrertum befasst und zu einem Anschlag entschlossen, um einerseits "ins Paradies" zu gelangen und aus seiner Sicht Ungläubige mit in den Tod zu nehmen - andererseits habe er Angst und Schrecken in Deutschland verbreiten wollen.

Er habe die Tat an einem Ort verüben wollen, an dem sich möglichst viele Jüdinnen und Juden aufhalten. Dabei habe er an ein Lokal gedacht. 

Angeklagter: "Der Teufel saß in meinem Kopf. Ich habe meine Gedanken vom IS bekommen."

Der 22-Jährige lebte zuletzt bei einem Verwandten in Neukölln.
Der 22-Jährige lebte zuletzt bei einem Verwandten in Neukölln.  © Paul Zinken/dpa

Das Gericht ging wie die Staatsanwaltschaft davon aus, dass er unmittelbar davor stand, eine Sprengvorrichtung zu bauen. Zudem habe er in sozialen Medien Videos veröffentlicht, die mit Liedern und Hymnen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterlegt waren. In diesen Fällen wurde er des Verstoßes gegen das Vereinsgesetz schuldig gesprochen.

Der vor rund sieben Monaten festgenommene Mann hatte die Vorwürfe im Prozess grundsätzlich zugegeben und um Entschuldigung gebeten. Er sei Ende 2023 nach Deutschland gekommen, "um zu arbeiten und Geld zu verdienen", so der Angeklagte.

Doch dann hätten sich seine Träume und Ziele geändert. Auf Internetplattformen wie TikTok habe er sich zunehmend radikalisiert und sich IS-Veröffentlichungen angesehen. "Der Teufel saß in meinem Kopf", so der Angeklagte. "Ich habe meine Gedanken vom IS bekommen."

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In Chats mit bislang unbekannten Partnern soll sich der 22-Jährige auch über den Bau einer Sprengvorrichtung informiert und sich über einen möglichen Anschlag ausgetauscht haben. Daraufhin soll der junge Syrer ein Messer und im Internet mehrere Gegenstände erworben haben, die mutmaßlich zum Bau einer Spreng- und Brandvorrichtung geeignet sind.

Der Angeklagte, der nach seinen Angaben zuletzt bei einem Verwandten in Berlin-Neukölln wohnte, befindet sich seit 1. November 2025 in Haft. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Strafe von sechs Jahren und drei Monaten gefordert. Der Verteidiger plädierte auf drei Jahre und sieben Monate Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

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