Cottbus - In Lauchhammer starb vor etwa einem Jahr ein sächsischer Polizist bei einer Verfolgungsjagd mit Autodieben. Im Prozess vor dem Landgericht Cottbus schilderte ein Kollege am Mittwoch die letzten Momente im Leben von Max Stoppa (†32).
Sie waren auf der Jagd nach Autodieben. "Wir müssen raus. Wir müssen raus" seien seine letzten Worte gewesen, sagte Stoppas Beifahrer im Zeugenstand. Kurz darauf sei Max aus dem Polizeifahrzeug ausgestiegen.
Er selbst habe etwas länger gebraucht, um aus dem Auto zu kommen, weil seine Dienstwaffe am Gurt festhing, erzählte der 26-Jährige vor Gericht. In dieser Sekunde sei der flüchtige Skoda, in dem der Angeklagte Dawid K. (27) saß, gegen das Polizeiauto geprallt. Die Airbags gingen los. Glas splitterte.
Anschließend sei er um das Auto gelaufen, berichtete der Zeuge. "Ich sah dann eine verletzte Person." Zunächst dachte er, es sei der flüchtende Fahrer. "Ich habe dann erkannt, dass es Max Stoppa war."
Er habe zunächst vermutet, dass sein Kollege gestolpert und der Wagen ihm womöglich über die "Gliedmaßen" gefahren sei, erzählte der Beamte. Dann habe er einen "größeren Blutfleck" gesehen. Stoppa habe nicht mehr geatmet und auch nicht mehr reagiert.
Polizei-Cam beweist völlig enthemmte Fahrweise des Autoschiebers
Der Pole soll Stoppa während eines Überholvorgangs erfasst haben, als dieser gerade einen "Stop Stick" (Nagelgürtel) auf die Fahrbahn legen wollte.
Im Prozess abgespielte Videoaufnahmen der Polizei-Cam zeigen eine völlig enthemmte Fahrweise des Autoschiebers. Er sei "rücksichtslos" gefahren, sagte ein weiterer beteiligter Polizist.
Innerorts wurden demnach Geschwindigkeiten von über 100 km/h erreicht. Außerorts schoss der Verfolgte mit fast 190 Sachen über Landstraßen. Er sei über Fußwege und in entgegengesetzter Richtung in Kreisverkehre gefahren, so die Zeugen.
Der Prozess wird fortgesetzt.