Geld von Mandanten veruntreut? Chemnitzer Anwalt vor Gericht

Chemnitz - Eigentlich pocht Hans G. (65) als Anwalt aufs Gesetz. Jetzt ist er selbst ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Seinen Mandanten soll er jahrelang Versicherungsgelder vorenthalten haben. Insgesamt geht es um 35.000 Euro!
Anwalt Hans G. (65) muss sich vor dem Amtsgericht Chemnitz wegen Untreue verantworten.
Anwalt Hans G. (65) muss sich vor dem Amtsgericht Chemnitz wegen Untreue verantworten.  © Maik Börner

Zwischen 2014 und 2016 mussten zwölf Mandanten laut Anklage bis zu vier Jahre auf ihr Geld warten. Sie hatten Hans G. wegen Vermögensangelegenheiten engagiert. 

In den meisten Fällen ging es um Rückerstattungen aus gekündigten Lebensversicherungen. 

Der Chemnitzer Anwalt erzielte außergerichtliche Vergleiche. Das Geld wanderte erst auf sein Geschäftskonto, dann auf das seiner Mandanten - soweit die Theorie.

"Ich bedauere die verspäteten Zahlungen sehr. Ich habe irgendwann den Überblick verloren", sagt der Anwalt. Die Versicherungen hätten die Erstattungen selten angekündigt und keine Kundendaten angegeben. 

Seine Sekretärin Gabriele F. (60): "Das war eine chaotische Zeit." Mittlerweile hätten alle Kunden ihr Geld bekommen. "Ein Jahr nach Anklageerhebung!", kritisiert Richter Christian Goltz (57).

Das Gericht will die Akten der Betroffenen noch einmal genauer unter die Lupe nehmen und dann entscheiden, ob eine Verurteilung wegen Untreue möglich ist. Handelte Hans G. tatsächlich gewerbsmäßig, droht ihm eine Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr. 

Titelfoto: Maik Börner

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