Chemnitz - Wie viel Pech kann man haben? Weil Dagmar S. (65) ihren Hund nicht unter Kontrolle hatte, stürmte er über die Straße und rannte gegen einen E-Scooter, dessen Fahrer (79) auf die Straße stürzte. Dabei verletzte sich der Rentner so schwer, dass er an den Folgen starb. Am Mittwoch musste sich die Hundehalterin verantworten - wegen fahrlässiger Tötung.
Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände: Dagmar S. versuchte am Vormittag des 22. Mai 2025 gerade, ihre Stafford-Mischlingshündin "Cookie" (2) zu Hause anzuleinen - da stürmte das Tier durch die offene Wohnungstür nach draußen.
Auf der Wittgensdorfer Straße rannte das Tier dann in einen E-Scooter hinein, der aus Richtung Am Küchwald in Richtung Bornaer Straße fuhr.
Dabei stürzte der Fahrer so schwer, dass er ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitt und ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.
Tragischerweise verstarb er dort vier Tage später an den Folgen des Unfalls. Der Rentner fuhr während der Fahrt ohne Helm.
Angeklagte zeigt sich reudig: "Ich mache mir Vorwürfe"
Vor dem Chemnitzer Amtsgericht schilderte die Hundeliebhaberin die gemeinsame Vergangenheit mit "Cookie". Die Hündin sei weder aggressiv noch würde sie beißen.
Aber: "Sie ist flink wie ein Wiesel", so Dagmar.
In der Verhandlung zeigte sich die Versicherungsfachfrau reuig: "Ich mache mir Vorwürfe, dass ich nicht so schnell zum Halsband greifen konnte."
Die Staatsanwaltschaft sah einen "tragischen Verkehrsunfall" und machte die Angeklagte auf ihre Verantwortung aufmerksam: "Jeder Tierhalter ist für das Handeln seines Tiers verantwortlich", so die Anklage.
Verteidigerin Janine Hilprecht sprach von menschlichem Augenblicksversagen und forderte Freispruch. Das Gericht schloss sich der Anklage an und verurteilte Dagmar S. wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 1 750 Euro.