Lockte ihr Netzwerk Vietnamesinnen in die Sex-Falle? Chemnitzer Bordell-Chefin wird der Prozess gemacht

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Chemnitz - Angelockt wurden illegal in Deutschland lebende Frauen mit Job-Angeboten als Masseurin, tatsächlich mussten sie in Wohnungsbordellen anschaffen. Das kriminelle Netzwerk erstreckte sich über mehrere Bundesländer. Jetzt begann der Prozess am Chemnitzer Landgericht.

Thi N. (48) soll der Kopf des Rotlicht-Netzwerks gewesen sein.
Thi N. (48) soll der Kopf des Rotlicht-Netzwerks gewesen sein.  © Jan Härtel

Schluchzend betrat Thi N. (48) in Handschellen den Gerichtssaal, hält sich eine Mappe vors Gesicht. Doch bei ihren Geschäften im Rotlichtmilieu soll die Vietnamesin wenig zimperlich gewesen sein.

Laut Anklage hat sie die Not von illegal in Deutschland lebenden Landsfrauen ausgenutzt, um sie als Prostituierte in Wohnungsbordellen auszubeuten.

Von der Zentrale in Halle/Saale aus soll sie mit ihren drei Helfern Van N. (42), Carsten H. (48) und Norbert T. (68) ein Bordellnetz in mindestens 19 Städten in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen betrieben haben.

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"Sie war die Chefin, die alle wesentlichen Entscheidungen traf", sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein beim Verlesen der Anklage am Landgericht Chemnitz. Die drei mitangeklagten Männer hätten Wohnungen angemietet, Anzeigen in einschlägigen Internetportalen geschaltet und die Frauen abkassiert.

Norbert T. (68, l.), Carsten H. (48, r.) und Van N. (42, M.), der Bruder der Hauptangeklagten, sind ebenfalls angeklagt.
Norbert T. (68, l.), Carsten H. (48, r.) und Van N. (42, M.), der Bruder der Hauptangeklagten, sind ebenfalls angeklagt.  © Bildmontage: Jan Härtel (3)

Ihren Anfang hatten die Ermittlungen 2024 genommen. Die mutmaßliche Chefin des kriminellen Netzwerks und ihr Bruder sitzen seither in Untersuchungshaft. Zum Auftakt erklärten alle vier, sich vorerst nicht vor Gericht zur Anklage äußern zu wollen. Der Prozess wird voraussichtlich bis Anfang Oktober dauern.

Titelfoto: Jan Härtel

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