Mord in Chemnitzer Plattenbau: Angeklagter streitet Tat ab
Chemnitz – Ein toter Mann wurde im Februar in einem Hochhaus an der Zwickauer Straße in Chemnitz gefunden. Nun begann der Prozess für den mutmaßlichen Mörder am Landgericht Chemnitz.
In dem Gebäude stießen die Beamten auf einen leblosen Algerier, "der augenscheinlich Opfer eines Gewaltdeliktes geworden war", teilte die Polizei damals mit.
Anhand der Ermittlungen rekonstruierten Polizei und Staatsanwaltschaft den mutmaßlichen Tathergang.
Die Anklage: Murat B. (42) soll dem Algerier vorgegaukelt haben, zwei Gramm Kokain kaufen zu wollen. Das Opfer ging davon aus, einen neuen Kunden für seine Drogengeschäfte gewonnen zu haben.
Beim Treffen am Haus an der Zwickauer Straße habe sich B. in das Gebäude geschlichen und seinem Opfer an der Wohnungstür aufgelauert. Der Dealer hingegen habe gedacht, B. warte vor dem Haus.
Als er seine Haustür öffnete, habe B. davor gestanden. B. soll ihm mit einer sieben bis neun Zentimeter langen Klinge ins Herz gestochen haben.
Der Russe bestritt den Tatvorwurf vor Gericht. Über seinen Anwalt, Stephan Schumann (38), ließ B. erklären, er habe den Algerier nicht getötet.
Das sagt der Angeklagte
Allerdings erklärte er, dass er ihn damals seit drei bis vier Monaten kannte und bei ihm Kokain kaufte.
Das letzte Mal habe er ihm am Vormittag des 12. Februars zufällig getroffen.
Als sie sich später am Rosenhof für einen Drogendeal treffen wollten, sei der Dealer nicht aufgetaucht. B. habe ihm noch "Ich bin da" geschrieben, sei dann gegangen.
Fragen wollte B. daraufhin nicht beantworten. Damit war der erste von sechs Verhandlungstagen nach zehn Minuten bereits vorbei. Weiter geht es am 11. November.
Titelfoto: Bildmontage: Uwe Meinhold, Härtelpress

