Polizisten gefilmt und gepostet: NPD-Mann Hartung muss zahlen

Chemnitz - Der NPD-Kreisvorsitzende Stefan Hartung (32) aus Aue-Bad Schlema wurde vor dem Amtsgericht Chemnitz zu einer Geldstrafe verdonnert. Nach einer Pro-Chemnitz-Demo hatte er ein Video von einem Gespräch mit Polizisten im Internet veröffentlicht.

Am 20. April 2020 hatte die Polizei das Parteibüro von Martin Kohlmann (44) umzingelt.
Am 20. April 2020 hatte die Polizei das Parteibüro von Martin Kohlmann (44) umzingelt.  © Haertelpress

Ausgangspunkt war eine Anti-Corona-Demo von Pro Chemnitz im April 2020. Später kam es im Büro von Martin Kohlmann (44) in der Brauhausstraße zu einer "Nachbesprechung".

Beamte vermuteten, dass die dort Beteiligten gegen die Corona-Schutz-Verordnung verstoßen würden und nahmen Kontrollen vor. Weil sich Kohlmann und Co. im Haus verschanzten, fand die Kommunikation über ein Fenstergitter statt.

Das Gespräch hatte Hartung gefilmt. "Obwohl es sich nicht um an die Allgemeinheit gerichtete Worte handelte, soll er das Video über Facebook veröffentlicht haben", so ein Gerichtssprecher. Demnach handele es sich um Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes.

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Hartung hatte die Gesichter zwar unkenntlich gemacht, jedoch war das Gespräch nicht mehr Teil der Demo und damit nicht von öffentlichem Interesse.

Weil er ein Gespräch mit Polizisten filmte und auf Facebook stellte, soll NPD-Politiker Stefan Hartung (32) 1000 Euro Geldstrafe zahlen.
Weil er ein Gespräch mit Polizisten filmte und auf Facebook stellte, soll NPD-Politiker Stefan Hartung (32) 1000 Euro Geldstrafe zahlen.  © Haertelpress

Das Urteil: 1000 Euro Geldstrafe.

Titelfoto: Haertelpress

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