Schmier-Attacke auf rechtes Schulungszentrum in Chemnitz: Student vor Gericht
Chemnitz - Auf das Geschmiere folgte die Gerichtsverhandlung: Weil er vor einem Jahr die Fassade eines Gebäudes beschmierte, das von der rechtsextremen Identitären Bewegung genutzt wird, musste Julian Löser (29) am Donnerstag in Chemnitz vor Gericht erscheinen. Vor dem Gebäude gab es eine Demonstration für den Angeklagten.
Was war passiert? Julian besprühte am Morgen des 3. Juni 2025 die Außenwand des Hauses in der Edisonstraße in Chemnitz mit violetter Farbe. Danach enthüllte er ein Banner.
Löser berief sich bei seiner Aktion unter anderem auf die Konferenz von Rechtsextremisten in Potsdam Ende 2023, an der auch Mitglieder der Identitären Bewegung teilnahmen und Pläne zur "Remigration" von Menschen aus Deutschland vorgestellt wurden.
Laut Amtsgericht beträgt der Sachschaden 4581,50 Euro. Weil der Student den Strafbefehl in Höhe von 2700 Euro nicht akzeptierte, musste er vor Gericht. Vor dem Gebäude demonstrierten 23 Teilnehmer für den Angeklagten. Dabei blieb es laut Polizei friedlich.
Neben dem Anklagepunkt der Sachbeschädigung wurde Julian auch öffentliche Aufforderung zu Straftaten vorgeworfen - dem Punkt wiedersprach er. Schließlich wurde Julian zu einer Geldstrafe von 1600 Euro verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Titelfoto: Harry Härtel/Haertelpress