Senioren mit Schockanruf abgezockt, nun fiel in Chemnitz das Urteil
Chemnitz - Kamil Z. (35) und Wiktoria N. (24) sollen einen Chemnitzer Rentner per Schockanruf um 30.000 Euro betrogen haben. Jetzt fiel im Prozess gegen das Duo das Urteil - und dies fiel milder aus als erwartet.
Laut Anklage sollen die beiden Polen eine Masche abgezogen haben, mit der Betrüger per Telefon aktuell oftmals ahnungslose Personen über den Tisch ziehen: Einem Chemnitzer Rentner sollen sich die beiden gegenüber als Ärzte ausgegeben haben. Dabei gaben sie an, dass sein Enkel ein lebensrettendes Medikament benötige. Der Großvater sollte dafür 180.000 Euro lockermachen.
Der Rentner konnte jedoch nur 30.000 Euro aufbringen. Die Kohle übergab er, merkte sich allerdings das Kfz-Kennzeichen des Autos, zudem wurden die Handys der beiden getrackt.
Dies wurde dem Duo zum Verhängnis. Seitdem saßen die Angeklagten in U-Haft.
Bereits beim Prozessauftakt kam Wiktoria auf freien Fuß. Das Gericht folgte der Verteidigung, dass sie nur in dem Auto mitgefahren und in den Plan nicht involviert gewesen sei. Sie wurde letztlich freigesprochen.
Kamil Z. wurde hingegen wegen Betruges zu einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung (Bewährungszeit: drei Jahre) verurteilt. Daneben wurden ein Survivalmesser und ein Teleskopschlagstock bei ihm gefunden - beide Waffen wurden eingezogen.
Zudem muss Kamil 2000 Euro an die Staatskasse zahlen.
Titelfoto: Bildmontage: Harry Härtel/haertelpress (2)
