Verunreinigte Wurst? Chemnitzer Traditionsfleischer vor Gericht
Chemnitz - Die Fleischerei Gränitz ist ein Chemnitzer Traditionsunternehmen. Doch am Donnerstag musste sich Chef Benny Gränitz (44) vor dem Amtsgericht verantworten. Der Handwerksbetrieb soll 2022 und 2025 Waren mit gefährlichen Bakterien verkauft haben. Der Prozess endete jedoch glimpflich.
Hier ging's um die Wurst: Laut Anklage hatte Gränitz' Unternehmen zweimal im April 2022 "Knacker mit 40 Prozent Hirschfleisch" verkauft.
Eine Probe der Wurst ergab, dass sie Kolibakterien mit Verotoxin erhielten. Letzteres kann unter anderem blutige Durchfälle verursachen. Die Verunreinigungen kamen durch Lebensmittelkontrollen ans Licht.
Zudem wurde laut Anklage im Februar 2025 in einem von Gränitz' Filialen Teewurst mit Listerien verkauft, laut Staatsanwaltschaft soll hier "das Dreifache des Grenzwertes" überschritten worden sein.
Dabei kann es beim Konsumenten zu Darmerkrankungen bekommen. Kunden kamen beim Verzehr glücklicherweise nicht zu Schaden.
Verfahren gegen Geldauflage eingestellt: Fleischer-Chef "glücklich darüber"
Bei der Verhandlung wegen Verstößen gegen das Lebensmittelgesetz, wies Verteidigerin Kerstin Dieter (53) daraufhin: "Es kann nicht jedes Stück Fleisch, was er einkauft, im Labor untersucht werden".
Gränitz kaufte das Fleisch aus EU-zertifizierten Betrieben. Zur damaligen Zeit wurde ein Kilo Hirsch-Knacker pro Woche verkauft, sowie zwei Stück Teewürste - von der Menge laut Dieter "verschwindend gering".
Seit dem Vorfall hat Gränitz aufgerüstet: So berät ihn eine Mikrobiologin hinsichtlich Desinfektion. Letztlich wurden beide Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage von 6000 Euro eingestellt.
"Bin ganz glücklich darüber", so Gränitz über die Verfahrenseinstellung auf TAG24-Nachfrage. Allerdings: Wegen des Risikos hat er die Hirsch-Knacker aus dem Sortiment genommen.
Titelfoto: Bildmontage: Haertelpress (2)

