Dresden - So schnell wird die Perversion im Internet auch real: Der Italiener Francesco F. (27) soll sich fast ein Jahr lang an Tanja (10, Name von Redaktion geändert) vergangen haben, erst virtuell, dann auch in der Realität. Selbst Polizeieinsätze sollen ihn davon nicht abgehalten haben. Nun muss er sich vor dem Dresdner Landgericht verantworten.
Die Anklage schockiert: Insgesamt 39 Punkte wirft die Staatsanwältin dem noch unter Bewährung stehenden Mann vor.
Demnach habe er mit dem damals neunjährigen Mädchen schon am 19. September 2024 auf Snapchat eine "partnerschaftliche Beziehung" vereinbart, schickte dem Kind über diese App, über TikTok und auch WhatsApp Sexfantasien, Fotos seines Gliedes und ließ sich auch von ihr pornografische Videos und Bilder schicken.
Dabei blieb es nicht: Gegen den Willen der Mutter soll er das Mädchen im vergangenen Sommer zu Hause in Verl abgeholt und sich mit ihr in Riesa versteckt haben. Dort soll es zu gegenseitigem Oralverkehr gekommen sein. Da die Mutter nicht wusste, wo ihr Kind war, gab sie eine Vermisstenanzeige auf. Die Polizei konnte Tanja am 2. Juli in Riesa aufgreifen.
Doch laut Anklage bestand Francesco auch danach auf direkten Geschlechtsverkehr, lehnte vornherein Kondome ab. So soll er das Kind am 2. August schon wieder abgeholt und sich bei Bekannten in Riesa versteckt haben. Wieder stellte die Mutter Anzeige, die Polizei rückte am 5. August in die Wohnung ein.
Francesco soll sie dazu bewegt haben, sich im Schrank zu verstecken. Doch die Polizei fand die Schülerin, brachte sie in einer Hilfseinrichtung in Coswig unter.
Prozess gegen Italiener wird fortgesetzt
Selbst dort soll sie Francesco mit seinem Bekannten noch am gleichen Abend mit einem Elektro-Scooter abgeholt und wieder in die Wohnung gebracht haben.
So rückte die Polizei in der Nacht auf den 8. August wieder in die Wohnung ein. Diesmal soll der Angeklagte das Mädchen im Bettkasten des Schlafsofas im Wohnzimmer versteckt haben. Diesmal landete Francesco in Untersuchungshaft, er war erst im Jahr 2025 wegen Diebstahls- und Betrugsdelikten in Hamburg zu anderthalb Jahren auf Bewährung verurteilt wurden.
Der Prozess wird fortgesetzt.