Illegales Bordell in Dresden: Betreiberin versucht vor Gericht zu feilschen
Dresden - Irgendwann wird's dann doch teuer: Schon 2023 flog Masseuse Nadja R. (57) mit ihrem illegalen Bordell in der Zschonergrundstraße auf. Doch auch als das Ordnungsamt im Juli 2024 dort vorbeikam, herrschte reges Treiben. Vor Gericht räumte die gebürtige Ukrainerin den Betrieb ein, versuchte mit Feilschen, das Bußgeld noch zu drücken.
Es war wohl schwer zu leugnen: Als die Kontrolleure gegen 13 Uhr im Zschonergrund anrückten, öffnete eine Dame im Morgenmantel die Tür zur Erdgeschoss-Vierzimmerwohnung.
Panik brach aus - eine Dame flüchtete mit einem Sprung durch das Fenster, zwei Herren gaben sich als Freier zu erkennen. Eine Prostituierte blieb vor Ort.
Zudem fanden sich Kondome, Gleitgel und Massageöl in rauen Mengen in der Wohnung.
Die Stadt verhängte ein Bußgeld von 1000 Euro, doch Nadja R. wollte nicht zahlen.
Stadt kommt Nadja R. entgegen
"Ich wusste nicht, dass ich eine Erlaubnis brauche", sagte sie vor Gericht. Sie habe gedacht, eine Meldung vom Finanzamt reiche aus.
Erst am 2. September erhielt sie tatsächlich die Erlaubnis. Allerdings dürfte das Bordell trotzdem nicht mehr länger bestehen, denn für eine solche Nutzung muss auch die Untere Baubehörde jetzt eine Genehmigung erteilen.
Nadja R. fürchtet deshalb, zu wenig Geld für die Strafe zu haben. Die Stadt kam ihr bereits entgegen, senkte die 1000 Euro auf 750 Euro, doch ihr Anwalt versuchte, das Bußgeld auf 500 Euro zu drücken.
"Sie haben es über ein Jahr unerlaubt betrieben", lehnt eine Vertreterin der Stadt ab. "Wir sind Ihnen ja schon entgegengekommen."
Daraufhin zog Nadja R. ihren Einspruch zurück, muss nun zu den 750 Euro Bußgeld noch Prozesskosten zahlen.
Titelfoto: Bildmontage: Peter Schulze (2)

