Baby zu Tode geschüttelt? Angeklagter schiebt die Schuld auf seine Tochter (11)

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Dresden - Der Tod des kleinen Marek (zehn Monate) beschäftigt derzeit das Landgericht Dresden. Felix M. (30) ermordete laut Anklage das Baby seiner Lebensgefährtin, weil das Kind ihm beim Zocken störte.

Felix M. (30) sitzt wegen Mordes eines Babys auf der Anklagebank.
Felix M. (30) sitzt wegen Mordes eines Babys auf der Anklagebank.  © Peter Schulze

Der mehrfach Vorbestrafte bestreitet. Er beschuldigt sogar seine eigene Tochter (heute elf) der Tat! Derweil hat die Justiz ihn erneut im Fadenkreuz!

"Ich weise die Schuld von mir, dass ich Marek misshandelt haben soll", so Felix. Laut Anklage hatte das Baby durch ihn im Sommer 2025 unter anderem Schädelbrüche. Letztlich wurde der Junge regelrecht zu Tode geschüttelt.

Felix gab den treusorgenden Familienvater. Er war mit Sohn und Tochter (heute 11) bei seiner neuen Freundin mit dem Baby eingezogen.

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Die blauen Flecken im Gesicht von Marek, erklärte Felix so: Sie entstanden, als er Papiertaschentücher entfernte, die sich das Baby in den Mund gestopft hätte. "Ohne mich, wäre er erstickt", erklärte er.

Stundenlang schilderte der Angeklagte seine "Beobachtungen" und "Eindrücke" aus dem Familienleben. So habe die eigene Tochter Marek attackiert und auch seine Lebensgefährtin verdächtigt er, Marek etwas antun zu wollen.

Der Richter fasste zusammen: "Sie denken also, die Kindesmutter oder ihre eigene Tochter seien übergriffig geworden. Aber sie wissen es nicht genau." Felix nickte eifrig: "Genau."

Urteil Ende Juli geplant

Damals hatte Felix für seinen Sohn und seine Tochter noch das Sorgerecht. Das wurde inzwischen entzogen. Sie leben jetzt bei ihrer Mutter. Das Mädchen war im Babyalter selbst Opfer. Damals stand Felix im Verdacht, die Tochter so geschüttelt zu haben, dass sie zeitweise halbseitig gelähmt war.

Im damaligen Prozess aber nahm die Freundin die Schuld auf sich. Sie bekam Bewährung, Felix wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Doch das könnte sich nun ändern:

"Die Staatsanwaltschaft hat in dieser Sache Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens gestellt", sagte Sprecher Jürgen Schmidt. Derzeit prüft das Amtsgericht Leipzig die alten Akten, um zu entscheiden, ob Felix doch dafür zur Verantwortung gezogen werden kann.

Der Mordprozess wird derweil am Landgericht Dresden fortgesetzt. Ein Urteil ist für Ende Juli geplant.

Titelfoto: Peter Schulze

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