Blutiger Streit um eine Frau: Messermann sticht Cousin nieder
Dresden - Blutfehde am Merianplatz in Dresden? Um die Familienehre zu schützen, stach Fadi A. (21) seinen Cousin Faheel (22) nieder. Der erlitt massive Verletzungen am gesamten Körper. Jetzt sitzt der Syrer wegen gefährlicher Körperverletzung vorm Amtsrichter.
"Ich wollte meine Schwägerin verteidigen", so Fadi. Seiner Meinung nach war Cousin Faheel (sind nicht verwandt, gehören aber demselben Clan an) für deren Trennung verantwortlich. "Es war eine Affäre. Ihr Mann bekam das mit, schlug seine Frau und schickte sie zurück nach Syrien", sagte Fadi, der "zur Klärung" von Rheinland-Pfalz nach Sachsen reiste.
Die Männer trafen sich im August 2025 abends am Merianplatz. In Begleitung von Freunden, die offenbar Tischbeine zur Verteidigung dabeihatten.
Der verbale Streit eskalierte. "Er sagte sogar, wenn ich will, würde er auch mit meiner Ehefrau reden. Da bin ich ausgerastet", gestand Fadi, der zuschlug.
Opfer wurde schwer verletzt
Als Faheel seine Bekannten aufgefordert haben soll, Fadi zu schlagen, "wollte ich ihm mit dem Messer Angst machen". Weil er zuvor Drogen konsumierte, sei er außer sich gewesen.
Laut Anklage zog Fadi ein Klappmesser, stach mehrfach auf das Opfer ein. Faheel erlitt klaffende Wunden im Gesicht, am Hinterkopf, Schulter, Arm, Beinen. Einige Schnitte gingen bis auf den Knochen, eine Beugesehne wurde durchtrennt. Und die Mediziner, die ihn chirurgisch behandelten, entdeckten eine Bisswunde am Oberarm.
Faheel, der angeblich davon ausging, dass er "nur Besuch" bekommt, hat heute Sehprobleme und Taubheitsgefühle in Hand und Fuß. Fadi floh nach der Tat nach Leipzig, sitzt aber inzwischen in U-Haft. Er schrieb Faheel Nachrichten, entschuldigte sich für das Geschehen in der "Teufelsstunde".
Und rügte den Cousin: "Es ist keine Männersache, dass Du zur Polizei gehst. Das ist nicht männlich." Urteil folgt.
Titelfoto: Peter Schulze