Drogenschulden und VW: Wenn Kriminelle dem Autodieb das Auto klauen

Dresden - Drei Männer, ein Auto, und keinem gehört's! Um Drogenschulden einzutreiben, sollen die Tunesier Kabil T. (32) und Mansour H. (33) dem Deutschen Lars B. (42) das Auto abgenommen haben. Nur hatte dieser den Golf vorher selbst gestohlen.

Kabil T. (32) gab zu, das Auto des Schuldners als Pfand genommen zu haben.
Kabil T. (32) gab zu, das Auto des Schuldners als Pfand genommen zu haben.  © Peter Schulze

Dass sie mit Drogen zu tun haben, stritt keiner der beiden Angeklagten ab. Auch nicht die Schulden, die Lars B. bei ihnen gehabt haben soll.

Was dann am 18. August 2022 konkret gelaufen sein soll, gab es vor Gericht allerdings in unterschiedlichen Versionen zu hören: Laut Staatsanwaltschaft soll Kabil dem Mann angeboten haben, seine Schulden abzuarbeiten.

Dafür solle er einen Bekannten durch die Gegend fahren. Extra dafür soll er einen Volkswagen im Wert von 13.500 Euro bei einer Dresdner Immobilienfirma gestohlen, am selben Tag dann seinen "Fahrdienst" angetreten haben.

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Gerichtsprozesse Dresden Dealer vor Gericht: Er bunkerte seine Drogen im Wandversteck

Staatsanwaltschaft und die beiden Angeklagten sind sich einig, dass dann aber Kabil T. und Mansour H. eingestiegen sind und sich zum Amalie-Dietrich-Platz fahren lassen haben.

"Ich habe ihn gefragt: 'Wann krieg' ich mein Geld?'", so Kabil T. "Da sagte ich: Dann kriegst du auch dein Auto." Danach packte er sich den Zündschlüssel.

Widersprüchliche Aussagen

Mansour H. (32) bestreitet, mit einem Teleskopschlagstock zugeschlagen zu haben.
Mansour H. (32) bestreitet, mit einem Teleskopschlagstock zugeschlagen zu haben.  © Peter Schulze

Mansour H. will davon nichts mitbekommen haben und soll mit Lars B. ins Haus gegangen sein. Laut Anklage soll er dort mit einem Teleskopschlagstock auf den Mann eingeschlagen, ihm Krankenkarte und andere Papiere geraubt haben.

Was er jedoch bestreitet: "Der hat mir die Papiere gegeben, und das war's. Dann sind wir wieder runter und das Auto war weg."

Kabil hat das Auto dann genutzt, um mit Verwandten nach Rotterdam zu fahren. Auch Mansour war dort, landete allerdings prompt in Abschiebehaft. Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: Bildmontage: Peter Schulze (2)

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