Weil sie Drogen-Schulden eintreiben wollten: Duo wegen Erpressung und Raub in U-Haft

Dresden - Bei dem Versuch die Schulden eines Kunden aus ihrem illegalen Drogengeschäft einzutreiben, sollen zwei Männer aus Dresden alle Register gezogen haben: Sie kidnappten und bedrohten ihren Kunden, anschließend raubten sie ihn bis aufs Auto aus. Nun müssen sich die Täter der Anklage der Staatsanwaltschaft stellen.

Weil der 42-Jährige über Monate hinweg nicht für seine Drogen zahlte, brachte er sich in eine brenzliche Situation. (Symbolbild)
Weil der 42-Jährige über Monate hinweg nicht für seine Drogen zahlte, brachte er sich in eine brenzliche Situation. (Symbolbild)  © 123RF/dolgachov

Weil ein 42-Jähriger die Schulden seines Drogenkaufs aus mehreren Monaten nicht beglich, sahen sich ein 33-jähriger Tunesier und ein 32-jähriger Libyer dazu gezwungen, sich ihr Geld auf eigene Faust zu holen.

Es ging um mindestens 500 Euro, welche die eigenmächtigen Schulden-Eintreiber dazu veranlassten am 18. August 2022 ihrem Kunden aufzulauern. Der 33-jährige Beschuldigte soll ihn in einer Wohnung in der Gottfried-Keller-Straße, welche die Stadtteile Leutewitz und Cotta teilt, angetroffen haben.

Anschließend forderte er den 42-Jährigen dazu auf ihn zum Amalie-Dietrich-Platz zu fahren. Der zweite mutmaßliche Täter kam hinzu, als beide den Wagen des Opfers erreichten. Der Geschädigte war gezwungen, mit beiden Beschuldigten zur vorgegeben Adresse zu fahren.

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Auf dem Weg dorthin, wurde dem ihm gesagt, er müsse sein Auto abgeben, bis er seine Schulden getilgt habe. Dafür wollten ihm die Männer acht Tage Zeit lassen.

Am Amalie-Dietrich-Platz, in der Nähe des Bürgerbüros Cotta, entfernte der 33-jährige Beschuldigte den Fahrzeugschlüssel aus dem Zündschloss und forderte das Opfer auf mit seinem 32-jährigen Kumpanen ein Wohnhaus zu betreten, was der Geschädigte tat.

Anstatt ihr Geld einzutreiben, schnappten sich die Drogendealer den Wagen ihres Schuldners

Das Landgericht in Dresden entscheidet fortan über das Schicksal der mutmaßlichen Täter.
Das Landgericht in Dresden entscheidet fortan über das Schicksal der mutmaßlichen Täter.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Im Treppenhaus wurde er dann mit einem Messer bedroht und aufgefordert, die Fahrzeugpapiere auszuhändigen. Weil der 42-Jährige diese nicht zur Hand hatte, nahm ihm der 32-jährige Beschuldigte Handy, Personalausweis und Krankenkarten ab.

Währenddessen machte der 33-Jährige mit dem Auto des Opfers die Fliege. Laut der Staatsanwaltschaft Dresden soll er den Wagen am nächsten Tag für sich selbst genutzt haben.

Der Diebstahl-geschädigte Mann zahlte den geforderten Geldbetrag nicht, sondern ging zur Polizei.

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Der 33-jährige Tunesier wurde circa einen Monat nach der Tat, am 21. September 2022 festgenommen, sein mutmaßlicher Mittäter am 5. Dezember 2022.

Beide Männer waren bereits vorbestraft, der 32-jährige Libyer stand zur Tatzeit sogar noch unter Bewährung. Die mutmaßlichen Täter müssen sich nun wegen versuchter Erpressung und besonders schwerem Raub verantworten.

Während sich der tunesische Beschuldigte kooperativ zeigt, schweigt sein libyscher Kumpane zu den Tatvorwürfen. Das Landgericht Dresden entscheidet nun, ob es zur Anklage zur Großen Strafkammer kommt und setzt im Zuge dessen den Termin für die Hauptverhandlung fest.

Titelfoto: 123RF/dolgachov

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