Dresden - Messerattacke in der Linie 12! Im Oktober 2025 stach Philipp J. (26) in der Bahn auf Mahdi S. (35) ein. Der Tunesier wurde so schwer verletzt, dass er noch immer in Behandlung ist. Der mutmaßliche Angreifer sitzt seither in U-Haft. Nun ist Prozess am Amtsgericht Dresden.
Der Beikoch spielte laut Anklage mit einem Kumpel nachmittags über Lautsprecher laute Musik in der Bahn ab. "Diese ist dem rechten Spektrum zuzuordnen", so der Staatsanwalt. Fahrgäste, darunter Mahdi, verbaten sich die Nazi-Klänge.
Prompt spielten die Störer einen Titel mit dem Refrain "Ausländer raus". Es kam zum Zoff. Dabei beschimpfte Mahdi Philipp als "Hurensohn". Der zog plötzlich ein Küchenmesser mit über elf Zentimeter langer, gezackter Klinge und stach auf den Tunesier ein. Mahdi wurde am Hals, nur knapp neben der Vene, und am Oberarm getroffen.
Die Angreifer flohen, wurden wenige Querstraßen weiter gestellt. Mahdi kam ins Krankenhaus. Das Verfahren gegen Philipps Bekannten ist inzwischen eingestellt. Gegen ihn dagegen begann jetzt der Prozess.
Einen Tötungsvorsatz sah die Anklage zwar nicht, dennoch wurde ein Gutachter hinzugezogen. Denn die Tat ereignete sich 16.30 Uhr. Bei der Blutprobe vier Stunden später hatte Philipp noch 2,43 Promille! Er schweigt zu den Vorwürfen.
Das Opfer konnte zum Prozessauftakt nicht aussagen. Mahdi ist schon wieder im Krankenhaus, wurde erneut am Arm operiert. Seinem Anwalt zufolge sind bleibende Schäden und eine Behinderung von "mindestens 30 Prozent" zu befürchten. Urteil folgt.