Dresden - Hat der Firmen-Boss über Jahre hinweg Stütze ergaunert? Am Mittwoch musste sich Max S. (47) vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten, weil er trotz seines Geschäftsführer-Einkommens Arbeitslosengeld II bezogen haben soll - insgesamt 52.633,28 Euro. Doch der Nachweis bleibt kompliziert.
Die Sache lief von Juli 2018 bis 2023. In dieser Zeit soll sich Max S. als arbeitslos ausgegeben und so für die Bedarfsgemeinschaft neunmal Unterstützung beim Jobcenter beantragt haben.
Bloß: Er war in dieser Zeit Geschäftsführer einer Firma für Bergbaubedarf.
Dem Jobcenter soll er angegeben haben, das sei ehrenamtlich ohne Einkommen gewesen. Anders sahen das wohl Jobcenter, Polizei und Staatsanwaltschaft, nachdem sie die Konten der Firma ausgewertet hatten.
Max S. schweigt zu den Vorwürfen. Zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung bestand allerdings keine Einigkeit, wie hoch die Höhe des Schadens tatsächlich gewesen sein soll.
Und auch der erste Zeuge konnte nicht weiterhelfen. Kriminalobermeister Jürgen M. war zwar mit dem Fall betraut, ist aber mittlerweile im Ruhestand, hat daher auch keinen Zugriff auf die Akte und konnte sich an rein gar nichts mehr erinnern.
Der Prozess wird fortgesetzt.