Dresden - Er tyrannisierte seine Familie und muss nun für vier Jahre hinter Gitter. Das Landgericht Dresden verurteilte Jens B. (42) wegen Vergewaltigung, Körperverletzung und Besitz von Kinderpornografie.
"Das war eine völlig toxische Familiensituation", beschrieb der Richter die schwierigen Zustände, in denen der angeklagte B. (acht Kinder aus diversen Beziehungen) agierte.
"Aber wir bewerten hier nicht die Moral, sondern die strafrechtliche Relevanz", sagte der Richter: "Augenhöhe und Gleichberechtigung im Zusammenleben waren Ihnen völlig abhandengekommen. Die Taten sind Ausdruck dieser Fehlhaltung."
So schlug Jens seine Tochter (damals 4) so massiv, dass sie Nasenbluten erlitt. Eine Ehefrau, die aus Angst vor ihm auch Anzeigen zurückzog, vergewaltigte er zweimal während der Schwangerschaft.
"Sie waren der Meinung, Ihre Frau müsste Ihnen als Objekt zur Verfügung stehen", so der Richter zu dem Angeklagten, auf dessen Rechner zudem Kinderpornos gefunden wurden.
Die Verhandlung ging über mehrere Monate
Die Verhandlung dauerte fünf Monate. Der Angeklagte schwieg, zahlreiche Zeugen mussten gehört werden.
Genau das war schwierig. Zwar listete die Anklage weitere sexuelle Übergriffe im familiären Umfeld auf. Doch entweder sagten die Opfer nicht aus oder ihre Angaben waren aufgrund geistiger Einschränkung zu ungenau.
Selbst Gutachter konnten nicht erkennen, welche Version der Wahrheit entsprach. So wurden einige Verfahren eingestellt, für einen Vorwurf gab es Freispruch.