Für 20 Euro Freundschaftspreis: 16-Jähriger probiert neue Droge und stirbt kurz danach
Dresden - Der Tod kostete 20 Euro Freundschaftspreis: Am 24. Oktober vergangenen Jahres starb der Teenager Florentin L. (†16) im Krankenhaus.
Er hatte eine recht neue Droge probiert, erlitt dabei einen Herzstillstand. Am selben Tag klickten bei Anton B. (21) die Handschellen, er soll ihm die Droge verkauft haben. Nun hat die Dresdner Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn wegen Abgabe von Betäubungsmitteln mit Todesfolge erhoben.
Vor zwei Jahren warnte die UNO vor Nitazenen: Diese künstlichen Opioide seien gefährlicher als Fentanyl und hätten in einigen wohlhabenden Ländern zu Drogentoten geführt.
In den 50er-Jahren wurden diese Stoffe, die 50- bis 500-mal so stark wie Heroin sind, als Schmerzmittel entwickelt, aber wegen ihrer Gefährlichkeit nie als Medikament zugelassen. 2019 tauchten diese Stoffe als Drogen in den USA auf, seit 2021 sind sie auch in Deutschland verboten.
Trotzdem wollte der Teenager Florentin L. probieren: Nach TAG24-Informationen erkundigte er sich bei dem mutmaßlichen Dealer noch per Chat nach den Nebenwirkungen, bekam Isotonitazepyn schließlich für 20 Euro Probier- und Freundschaftspreis angeboten. Der Deal soll am 18. Oktober 2025 am Dresdner Hauptbahnhof abgelaufen sein. Außerdem soll er dort noch ein halbes Gramm Crystal für 45 Euro erhalten haben.
Am nächsten Tag kam der Teenager mit Herzstillstand ins Krankenhaus, die Ärzte kämpften noch bis zum 24. Oktober um das Leben des Jugendlichen, dann verstarb er.
Der mutmaßliche Dealer Anton B. wurde bereits 2024 mit Drogen erwischt, zu den aktuellen Vorwürfen schweigt er. Für den tödlichen Deal steht eine Mindeststrafe von zwei Jahren.
Erstmeldung 11.35 Uhr, zuletzt aktualisiert 17.26 Uhr.
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