Dresden - Seine rabiate Bestrafungsaktion endete für Robert W. (39) auf der Anklagebank im Landgericht Dresden. Der vorbestrafte Brandenburger vermöbelte einen gutmütigen Nachbarn mit einer Kleiderstange!
Mechatroniker Robert hatte eigentlich Drogen und Alkohol hinter sich gelassen, in Dresden eine Familie gegründet. Doch mit "Kind im Haushalt" fühlte er sich überfordert. Es gab Stress, er verlor Job und Partnerin, griff erneut zu Rauschmitteln.
Als er aus seiner Wohnung flog, kam er bei Nachbar Mirko R. (47) unter. Letzterer bewahrte gar Roberts Sachen auf, als der eine Geldstrafe absitzen musste.
"Danach war meine Festplatte weg", so der Angeklagte, der sich geärgert haben will, dass Mirko in dessen Abwesenheit den Speicher, auf dem Familienfotos waren, weitergegeben hatte. Er habe Mirko zur Rede stellen wollen, klingelte im Suff nachts bei ihm Sturm.
Weil der verängstigte Nachbar nicht öffnete, kletterte Robert auf dessen Balkon im ersten Stock, trat die Tür ein und verprügelte Mirko. Unter anderem mit einer Kleiderstange.
Angeklagter: "Das war wohl eine Nummer zu viel"
Das Opfer rettete sich zu anderen Nachbarn, die die Polizei alarmierten. Mirko kam ins Krankenhaus mit mehreren Brüchen im Gesicht und einer lädierten linken Hand, die er seither nicht mehr richtig bewegen kann.
"Es ging nicht um die Festplatte", sagte das Opfer im Gericht. "Er wollte 30 Euro und Drogen. Aber wo soll ich die denn in der Nacht herholen? Und Geld hatte ich auch nicht." Robert sagte: "Ich möchte mich offiziell entschuldigen. Das war wohl eine Nummer zu viel." Urteil folgt.