Dresden - Alles gar nicht strafbar? Im Terror-Prozess gegen die "Sächsischen Separatisten" sagte am Montag deren mutmaßlicher Rädelsführer Jörg S. (24) aus. Vieles aus der Anklageschrift räumt er ein, hat dafür aber eine andere Erklärung.
An seiner Gesinnung lässt Jörg S. keinen Zweifel: "Meine Einstellung ist rechts und ich bin national", sagt der Sicherheitsmann. Allerdings hieße das nicht, dass er Gewalt zur Durchsetzung seiner Ziele gutheiße.
Früh habe er sich für Überlebenstraining, Militaria und Airsoft interessiert. Und auch Sympathien für die radikalsten Versionen des Neonazi-Spektrums, den militanten Akzelerationismus, leugnet er nicht: "Als rechtsgerichteter Jugendlicher war ich von dem Propaganda-Stil angetan", sagt er über die Ideen, die Demokratie durch Anschläge und Terror ins Chaos zu stürzen.
Dabei seien auch Begriffe wie "Weißer Dschihad" gefallen. "Ich nannte meine Idee 'Aryan State'", sagt er. Das seien aber alles nur Gedankenspiele, nichts davon habe er öffentlich gemacht.
Die Corona-Pandemie und die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs hätten ihn und Freunde dann darin bestärkt, Überlebenstrainings durchzuführen. Zudem sah er sich nach der Trennung seiner Eltern verpflichtet, den Schutz der Familie zu übernehmen.
Jörg S. "kam Angebot vom FBI sehr gelegen"
Eigentlich plante er seine Karriere in der Sicherheitsbranche, hatte schon den Test für die bewaffnete Überwachung eines Bundeswehrgeländes bestanden, dann aber keine Erlaubnis bekommen.
So wollte er es im Ausland versuchen, ebenso wie der Mitangeklagte Hans-Georg P. (25). "Da kam das Angebot vom FBI sehr gelegen", sagt Jörg S. über das Häuserkampftraining mit einem verdeckten Ermittler und behauptet: "Es war immer er, der fragwürdige Themen ansprach."
Keiner der Beteiligten sei aber darauf angesprungen: "Ich für meinen Teil habe noch nie jemanden verletzt", so der Angeklagt. "Und habe es auch nicht vor."
Der Prozess wird fortgesetzt.