Dresden - Über drei Jahre ist es her, dass Yüksel B. (34) seinem Kumpel und türkischem Landsmann (33) in den Hintern schoss. Nun muss er sich deshalb, aber auch wegen anderer Gewaltdelikte, vor dem Dresdner Amtsgericht verantworten. Dort räumt er den Schuss zwar ein, hat aber eine abenteuerliche Erklärung, wie es dazu kam.
Am 8. Juli 2022 knallte es nachmittags auf einem Betriebsgelände im Otto-Dix-Ring. Der benachbarte Sportschütze Dirk S. (53) erkannte es sofort als Schuss, sah dann aus dem Fenster auch Yüksel B. mit einem Revolver. Doch noch während er die Polizei rief, stand der Niedergeschossene auf und humpelte davon.
Yüksel B., damals als Bauleiter beschäftigt, gesteht, geschossen zu haben. Demnach kannte er den Landsmann schon seit vielen Jahren, habe ihm tausend Euro geliehen und sei dann mit der Rückzahlung immer wieder vertröstet worden. Zudem wäre der Bekannte Türsteher in Leipzig, würde immer mit Gewalttaten prahlen.
Plötzlich habe er ihm auf die Geldforderungen aggressiv geantwortet und sei auf dem Betriebsgelände aufgekreuzt. Zufälligerweise habe Yüksels Bruder ihm erst am Vortag gebeichtet, auf der dortigen Toilette eine Waffe versteckt zu haben.
Die habe er schnell geholt, als der andere aggressiv auf ihn zugerannt sei.
Prozess wird fortgesetzt
Dann habe der Bekannte ihn angepackt, später sogar ein Messer gezogen, da habe er geschossen. "In der ersten Sekunde dachte ich, ich hätte gar nicht getroffen", so der Angeklagte. Nach einer Zeugenaussage soll er aber sogar danach noch auf in eingetreten haben. Das Opfer selbst will die Aussage verweigern, um sich nicht selbst zu belasten.
Auch wegen weiterer Tatvorwürfe wird der Prozess fortgesetzt.