Sie haben mit manipulierten Glücksspiel-Automaten 18.000 Euro erbeutet: Trio vor Gericht!

Dresden/Meißen - So viel Glück macht dann doch verdächtig: In wechselnder Besatzung waren die Kosovaren Nexhat B. (48) und Ljutfi M. (45) sowie der Mazedonier Ljuljzim M. (40) in fünf Spielhöllen rund um Meißen unterwegs und gewannen dort am Automaten 18.152 Euro. Nur war das nicht Fortuna, sondern ihrer technischen Raffinesse geschuldet. Nun sitzen sie wegen Computerbetrugs vor dem Dresdner Landgericht.

Ljuljzim M. (40, v.l.n.r.) war nur in der Gröditzer Spielothek dabei, Ljutfi M. (45) sicherte die verdächtig erfolgreichen Spiele ab und Nexhat B. (48) war der Spieler der Bande.
Ljuljzim M. (40, v.l.n.r.) war nur in der Gröditzer Spielothek dabei, Ljutfi M. (45) sicherte die verdächtig erfolgreichen Spiele ab und Nexhat B. (48) war der Spieler der Bande.  © Privat (3)

"Fancy Fruits Quattro" hieß ein Spiel, das vor Jahren die Spielhallenbetreiber in Sorge versetzte: Zockte man hier auf bestimmte Weise, gewann man fast immer.

Daher riefen Automatenbetreiber dazu auf, das Spiel zu deaktivieren. Dass das nicht reicht, zeigte das Trio auf der Anklagebank.

Nexhat B. fand im Darknet die Anleitung, wie man das Spiel einfach wieder starten kann: Wenn man dem Automaten vorspielt, er wäre geöffnet wurden, kommt man in ein Service-Menü. Mit PIN kann man dann das Spiel starten und dicke Gewinne einstreichen.

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So geschehen in Gröditz, Calau, Hainichen, Meißen und Niedergebra in den Jahren 2015 und 2016.

Nachdem dem Trio Bewährungsstrafen zugesichert worden waren, räumten sie die Taten auch ein. Nexhat B. war dabei der Spieler, die anderen lenkten die Angestellten ab oder versperrten die Sicht auf das Treiben.

Vier Spielotheken und einen Automaten an einer Tankstelle plünderten die Ganoven.
Vier Spielotheken und einen Automaten an einer Tankstelle plünderten die Ganoven.  © Oliver Berg/dpa

Zumindest Nexhat B. wurde schon 2019 für die gleiche Masche mit anderen Komplizen zu einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung verurteilt. Außerdem hatte er noch Crystal an eine Minderjährige weitergegeben. Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa und Privat (3)

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