Staatsanwalt klagt Freitaler (34) an: So sadistisch quälte dieser Mann seine drei Stieftöchter

Dippoldiswalde - Staatsanwalt Michael Vogler (57) hat schon zahlreiche schlimme Vorwürfe gegen Kriminelle verlesen. Doch als er am Amtsgericht Dippoldiswalde die Anklage gegen Enrico H. (34) vortrug, stockte auch dem erfahrenen Juristen der Atem: Der Freitaler soll seine drei Stieftöchter sadistisch gequält haben.

Enrico H. (34) verweigerte am Dienstag die Aussage, bestritt aber bisher auch die Taten.
Enrico H. (34) verweigerte am Dienstag die Aussage, bestritt aber bisher auch die Taten.  © Holm Helis

Die Mädchen waren acht, zehn und elf Jahre jung, als ihre Mutter sich in den damaligen Hilfsarbeiter verliebte und er bei ihnen einzog. 

Acht Monate dauerte das Martyrium der Kinder, ehe das Jugendamt nach einem Hinweis einschritt, und die Kleinen aus der heimischen Hölle holte.

Bis dahin hatten sie laut Anklage Unfassbares zu ertragen: Sie mussten Urin, Chilisauce, Essigreiniger trinken. Der Stiefvater soll sie gezwungen haben, Hundekot und Regenwürmer zu essen. Erbrach sich ein Mädchen, musste es das Erbrochene auflecken. 

Demnach "reinigte" Enrico H. die Kinder mit einer Drahtbürste, versenkte ihnen mit einer Abbrennpistole Hände und Haare. Per Panzertape riss er ihnen die Augenbrauen aus dem Gesicht. Über 30 Widerlichkeiten listete die Anklage auf.

Enrico H. bestreitet. Eine Gutachterin hält dagegen eine Vielzahl der von den Kindern geschilderten Vorgänge für glaubhaft. Nun soll die Medizinerin im Gericht aussagen, ehe ein Urteil gefällt werden soll.

Staatsanwalt Michael Vogler (57) musste eine gruselige Anklage vortragen.
Staatsanwalt Michael Vogler (57) musste eine gruselige Anklage vortragen.  © Holm Helis

Auch gegen die Kindesmutter wurde ermittelt. "Das Verfahren wurde aber eingestellt", sagt Jürgen Schmidt, Sprecher der Staatsanwaltschaft. "Die geschädigten Kinder haben in getrennt durchgeführten richterlichen Vernehmungen übereinstimmend ausgesagt, die Mutter habe von diesen Taten nichts mitbekommen, da der Angeklagte diese immer in ihrer Abwesenheit begangen habe." 

Titelfoto: Holm Helis

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0