Urteil gegen Raser, die Ali (†6) das Leben nahmen: Richter findet mehr als deutliche Worte!

Dresden - Urteil für die Raser von der Budapester Straße. Das Landgericht Dresden verurteilte Mohammad F. (32) zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Mohamed A. (24) bekam Bewährung.

Der kleine Ali überlebte den Unfall nicht.
Der kleine Ali überlebte den Unfall nicht.  © privat

"Dummes und unverantwortliches Verhalten hat eine Familie kaputt gemacht und einem Kind das Leben gekostet", so der Vorsitzende Richter in seiner Begründung.

Im August 2020 raste der Benz mit Mohammad F. am Steuer über die Budapester Straße und erfasste den kleinen Ali, der gerade über die Straße lief. Der Junge hatte keine Chance. Er starb noch am Unfallort.

Die Kammer war "ohne jeden Zweifel" überzeugt davon, dass sich Benz und BMW ein illegales Autorennen lieferten, was im tödlichen Unfall endete.

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Seit Februar wurde verhandelt. Zeugen sagten aus, berichteten von wilder Raserei und laut Gutachter der DEKRA war der Unfall vermeidbar gewesen.

Erst am Montagvormittag hatten sich die beiden Angeklagten zu den Vorwürfen geäußert.

Benz-Fahrer Mohammed F. wandert ins Gefängnis

Mohammed F. (32) wurde nun vor Gericht verurteilt.
Mohammed F. (32) wurde nun vor Gericht verurteilt.  © Franz Maler

Während der Hermes-Fahrer Mohammed F. lediglich erklärte, er sei über die Budapester Straße zu schnell gefahren, kämpfte BMW-Fahrer Mohamed A. immer wieder mit den Tränen.

Diese Fahrt sei "der größte Fehler meines Lebens", sagte er und entschuldigte sich bei der Mutter des getöteten Jungen und bot freiwillig eine Schmerzensgeldzahlung von 5000 Euro an, "ohne sich dafür freikaufen zu wollen".

Es sei kein abgesprochenes Rennen gewesen, aber man habe die Motorleistung der Wagen getestet und an der Kreuzung zur Budapester Straße habe sich er sich vom Benz-Fahrer provoziert gefühlt, wollte unbedingt an ihm dran bleiben.

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In seinem letzten Wort entschuldigte sich auch Benz-Fahrer Mohammed F., der seit dem Unfall in U-Haft sitzt.

So lauten die Urteile für die beiden Raser von der Budapester Straße

Mohamed A. (24) entschuldigte sich tränenreich bei der Familie.
Mohamed A. (24) entschuldigte sich tränenreich bei der Familie.  © Peter Schulze

Der Oberstaatsanwalt hatte für die Raser, die ihr "Imponiergehabe auslebten", vier Jahre sowie zwei Jahre und sechs Monate Haft gefordert.

Die Verteidiger forderten Milde. Unter anderem mit dem Argument, dass an der Budapester Straße täglich von zahlreichen Autofahren gerast wird. Außerdem sei dieses Rennen ein Augenblicksversagen gewesen.

Die Richter schicken nun den Benz-Fahrer Mohammed F. in Haft. Außerdem bleibt sein Führerschein fünf Jahre gesperrt. Seine Aussage, den BMW an jenem Tag zu keinem Zeitpunkt bemerkt zu haben, bewerteten die Richter als "Schutzbehauptung".

Ein Polizist steht auf einer abgesperrten Straße neben einem schwarzen Mercedes, der in einen Verkehrsunfall verwickelt ist.
Ein Polizist steht auf einer abgesperrten Straße neben einem schwarzen Mercedes, der in einen Verkehrsunfall verwickelt ist.  © dpa/Roland Halkasch

Der BMW-Fahrer Mohamed A. bekam zwei Jahre Haft, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde. Auch er darf in den nächsten drei Jahren nicht Auto fahren. Beide Fahrzeuge wurden eingezogen.

Titelfoto: Montage: Franz Maler, Peter Schulze

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