Nord-Stream-Anschläge: Drahtzieher steht ab Oktober vor Gericht
Hamburg - Nach den Anschlägen auf die Nord-Stream-Gasleitungen 2022 beginnt am 14. Oktober der Prozess gegen den mutmaßlichen Drahtzieher Serhii K. in Hamburg. Das teilte das Hanseatische Oberlandesgericht am Donnerstag mit.
Der zuständige Staatsschutzsenat kam demnach zu dem Schluss, dass der Ukrainer als Mittäter "hinreichend verdächtig" erscheint, sich eines Kriegsverbrechens schuldig gemacht zu haben.
Konkret geht es um den Einsatz verbotener Methoden der Kriegsführung durch Angriff gegen zivile Objekte, das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, die Zerstörung von Bauwerken sowie die Störung öffentlicher Betriebe.
Entsprechend hat der Senat die Anlage gegen K. zur Hauptverhandlung zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet. Zunächst wurden 16 Verhandlungstermine zwischen dem 14. Oktober und 17. Dezember bestimmt.
Darüber hinaus sind für die Monate Januar und Februar 2027 weitere Termine vorgesehen, die mit den Verfahrensbeteiligten allerdings noch nicht final abgestimmt wurden.
Mutmaßlicher Drahtzieher wurde im Urlaub mit seiner Familie gefasst
Mehrere Sprengungen in der Nähe der dänischen Ostseeinsel Bornholm hatten die beiden Nord-Stream-Pipelines im September 2022 so sehr beschädigt, dass kein Gas mehr durchgeleitet werden konnte.
Ende August 2025 konnte der mutmaßliche Drahtzieher K. im Rahmen eines Europäischen Haftbefehls an der Adria-Küste im Urlaub mit seiner Familie gefasst werden.
Titelfoto: Uli Deck/dpa
