Von Nicole Schippers
Kassel - Schnelles Ende im Prozess um einen im Internet gekauften kleinen Chihuahua: Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde das Verfahren gegen eine der drei Angeklagten gegen Auflagen vorläufig eingestellt, wie ein Gerichtssprecher auf Anfrage mitteilte.
Die Frau soll 250 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Falls sie dies innerhalb der nächsten sechs Monate tut, wird das Verfahren gegen sie endgültig eingestellt.
Gegen beiden anderen Angeklagten wurde das Verfahren wegen geringer Schuld eingestellt - damit entfallen die zunächst angesetzten weiteren Verhandlungstermine.
Hintergrund des Prozesses war ein Internetverkauf des kleinen Hundes. Angeklagt waren zwei 30- und 31-jährige Frauen aus Oldenburg und Edewecht (Landkreis Ammerland), denen schwerer Raub und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen worden war. Einem 66-Jährigen aus Bremen war Beihilfe zum gemeinschaftlichen Raub und Körperverletzung zur Last gelegt worden.
Laut Staatsanwaltschaft hatte die 31-Jährige im September 2020 für 800 Euro ihren Chihuahua im Internet an einen Mann aus Kassel verkauft. Nur einen Tag später soll der Käufer den Hund ebenfalls im Internet zum Verkauf angeboten haben - für 2000 Euro.
Darauf soll der 66-Jährige aufmerksam geworden sein, der selbst Interesse am Kauf des Hundes gehabt, aber zunächst nicht den Zuschlag bekommen hatte. Er soll die 31-Jährige über das Inserat informiert haben, die wiederum ihre 30 Jahre alte Bekannte ins Bild gesetzt haben soll.
Körperliche Auseinandersetzung wegen Hunde-Streit
Laut Anklage hatte die 31-Jährige den kleinen Hund daraufhin zurückholen wollen. Zusammen mit ihrer Bekannten und dem 66-Jährigen soll sie zur Wohnung des neuen Chihuahua-Besitzers in Kassel gefahren sein, wo es zunächst zu einem verbalen Streit gekommen sein soll, der in eine körperliche Auseinandersetzung gemündet habe.
Nach dem Prozessauftakt vor gut einer Woche waren in dem Verfahren ursprünglich noch vier weitere Termine bis Ende August anberaumt.