Gutachter im Anschlag-Prozess: Betroffene kämpfen bis heute mit Folgen

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Von Dörthe Hein

Magdeburg - Nicht unmittelbar körperlich verletzte Betroffene des Anschlags auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt leiden teils bis heute unter den Folgen.

Der Prozess gegen den Todesfahrer vom Magdeburger Weihnachtsmarkt, Taleb A. (51), geht weiter.
Der Prozess gegen den Todesfahrer vom Magdeburger Weihnachtsmarkt, Taleb A. (51), geht weiter.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Ein psychiatrischer Sachverständiger erstattete dem Landgericht Magdeburg dazu erste Gutachten.

Er stellte Posttraumatische Belastungsstörungen fest, die sich auch körperlich bemerkbar machten, etwa mit Herzrasen, Schlaf- und Einschlafstörungen, erhöhter Schreckhaftigkeit. Diese reichten weit über die emotionalen Reaktionen wie Herzklopfen, Angst und Zittern unmittelbar nach dem Ereignis hinaus.

Eine junge Ingenieurin etwa leide bis heute unter hoher Geräuschempfindlichkeit, reagiere panisch, könne nicht allein schlafen und habe ein großes Kontrollbedürfnis.

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Eine andere Betroffene habe ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten, gehe nicht an öffentliche Plätze, was ihre Tätigkeit an einer Förderschule einschränke. Im Alltag leide sie unter Panikreaktionen getriggert durch Geräusche. Schwitzen und Herzrasen gehörten dazu.

Eine weitere Frau leide unter Ängsten und Schlafstörungen, zudem sei sie sehr belastet, weil ihr Mann seit dem Anschlag pflegebedürftig ist.

Urteil im Anschlag-Prozess im Juni erwartet

In den vergangenen Wochen hatte das Gericht eine Reihe von Betroffenen gehört, die bei dem Anschlag in Magdeburg nicht körperlich verletzt wurden, aber unter den Folgen leiden.

Das Landgericht geht mithilfe der Gutachter der Frage nach, inwieweit die psychischen Folgen körperliche Auswirkungen hatten und das juristisch als Körperverletzung zu werten ist. 

In der Folge des Anschlags vom 20. Dezember 2024 starben fünf Frauen und ein neunjähriger Junge. Mehr als 300 Menschen wurden teils schwerst verletzt. Das Urteil im Prozess gegen den Angeklagten, Taleb A. (51), soll im Juni fallen.

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

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